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Kita-Finanzierung
Aktualisiert am 08.04.2021 - 14:40

„Frühkindliche Bildung ist nicht für billig zu haben“

Kita-Experte Gesing © Martin Karski DiCV Köln

Der Kölner Diözesan-Caritasverband fordert eine gleichberechtigte Kita-Finanzierung. Es gäbe bei der bestehenden Praxis verfassungsmäßige Bedenken, kritisiert Kita-Experte Reinhold Gesing.

  • Der Caritasverband Köln fordert eine Gleichbehandlung kirchlicher Einrichtungen und freier Träger in der Kita-Finanzierung.
  • Der gesetzlich festgelegte Anteil kirchlicher Träger zum Kinderpauschal-Betrag liegt bei 10,3 Prozent, der freier Träger bei 7,8 Prozent.
  • Die bisherige Ungleichbehandlung begründet der Gesetzgeber mit Einnahmen aus der Kirchensteuer, die nach Angaben der Caritas zunehmend zurückgehen.

Der Diözesan-Caritasverband in Köln fordert eine Gleichbehandlung kirchlicher Einrichtungen und freier Träger in der Kita-Finanzierung. Konkret betrifft die Forderung den gesetzlich festgelegten Anteil, den Träger vom Kinderpauschal-Betrag selbst finanzieren müssen. Demnach müssen kirchliche Einrichtungen um die 10,3 Prozent und freie Träger rund 7,8 Prozent vom Kinderpauschal-Budget beisteuern.

Eingeschränkte Möglichkeiten

Der Trägeranteil kirchlicher Einrichtungen ist gesetzlich höher, weil sie ihre finanziellen Mittel aus Kirchensteuern generieren. Der Rückgang der Kirchensteuereinnahmen schränke ihre Möglichkeiten in der Kita-Finanzierung nun ein, sagt Kita-Experte Reinhold Gesing vom Kölner Caritasverband. Tatsächlich würden die Träger sogar mehr bezahlen, als gesetzlich vorgeschrieben. „Es gibt zur bestehenden Praxis nach wie vor verfassungsmäßige Bedenken“, sagt er.

Kleine Einrichtungen betroffen

Dabei denkt Gesing über den Trägeranteil hinaus. So würden Kosten für die Instandhaltung der Kita-Einrichtungen und zusätzliche Betriebskosten dazukommen. Vor allem kleinere caritative Einrichtungen kämen dabei an ihre Grenzen. „Die Finanzierung der Kitas wird nun mal immer teurer“, sagt Gesing.

Die Diözesan-Caritasverbände in den Bistümern Aachen, Essen, Köln, Münster beschäftigen in den rund 6.900 Diensten und Einrichtungen 220.000 Mitarbeitende und rund 90.000 Ehrenamtliche. mb

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