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Koalitionsvertrag
Aktualisiert am 02.12.2021 - 13:20

Finsoz kritisiert fehlende Digitalisierung von Jugend- und Behindertenhilfe

Vorstand Kreidenweis © Finsoz/Markus Poguntke-Rauer

Der Koalitionsvertrag sieht eine Stärkung der Digitalisierung vor. Einige Hilfefelder werden aber weiter vernachlässigt, kritisiert der Vorstand des Digitalverbandes Finsoz, Helmut Kreidenweis.

  • Der Digitalverband Finsoz kritisiert den Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP.

  • Die Koalitionspartner vernachlässigten die Digitalisierung der Eingliederungshilfe und Kinder- und Jugendhilfe.

  • Eine fehlende Regelfinanzierung gefährde die Leistungsfähigkeit und berufliche Attraktivität der Sozialwirtschaft.

Der Digitalverband Finsoz kritisiert die Pläne der neuen Bundesregierung zur Digitalisierung der Sozialwirtschaft. Der Fokus liege fast ausschließlich auf der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung, Gesundheits- und Pflegewirtschaft. Andere Hilfefelder würden vernachlässigt. „Es fehlen nach wie vor ein explizit formuliertes Recht auf digitale Teilhabe für Menschen mit Behinderungen sowie konkrete Initiativen, um diese zu verwirklichen“, so Vorstand Helmut Kreidenweis. Die Digitalisierung der Kinder- und Jugendhilfe werde im neuen Koalitionsvertrag nur in einem kurzen Satz erwähnt, der keine strategische Richtung erkennen lasse.

Mangelnde Weiterbildung in Sozialberufen

Der Koalitionsvertrag sehe zudem unzureichende Maßnahmen zur Aus- und Weiterbildung in der Sozialwirtschaft vor. Während die neue Regierung für die Gesundheitsberufe eine Stärkung der Digitalkompetenz plant, fehle eine solche Initiative für sämtliche Sozialberufe. Sie sei jedoch eine zwingende Voraussetzung, um die Digitalisierung langfristig in der Branche zu verankern.

Digitalinvestitionen in der Pflege fehlen

Der Verband fordert von der Bundesregierung eine Regelfinanzierung für Digitalisierung. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass die Sozialwirtschaft bei der Digitalisierung zunehmend abgehängt werde und an Leistungsfähigkeit sowie an beruflicher Attraktivität verliere. So finde sich im Koalitionsvertrag keine Erwähnung von Digitalinvestitionen in der Pflegebranche. Diese seien jedoch eine zwingende Voraussetzung, um die Pflege nachhaltig zu entlasten.

Der Finsoz ist eine Interessensvertretung für soziale Organisationen, IT-Anbieter und öffentliche Verwaltungen und versteht sich selbst als Plattform zur Gestaltung des digitalen Wandels in der Sozialwirtschaft und Sozialverwaltung. fb

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