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Pflegeausbildung
Aktualisiert am 10.06.2021 - 15:47

Evangelische Krankenhäuser fordern mehr Flexiblilität

Vorstandsvorsitzender Radbruch © DEKV / Hans-Christian Plambeck

Die evangelischen Krankenhäuser präsentieren einen Sechs-Punkte-Plan für eine nachhaltigere Pflegeausbildung. Heterogene Lebenswege brauchen flexiblere Ausbildungsformen, sagt DEKV-Chef Christoph Radbruch.

  • Der DEKV fordert bundeseinheitliche Regeln für eine Pflegeausbildung.
  • Weiter fordert er Schulsozialarbeit auch an Pflegeschulen.
  • Auszubildende sollen zudem je nach Lebensweg ihre Pflegeausbildung flexibler organisieren können.

Der Deutsche Evangelische Krankenhausverband (DEVK) fordert bundeseinheitliche Regeln für die Pflegeausbildung, einen höheren Stundenanteil der Praxisanleitung und erweiterte Berufsorientierungsangebote. Außerdem soll die Pflegeausbildung flexibler organisiert werden können und Karrierechancen effektiv gefördert werden. Das steht in einem vom Interessenverband veröffentlichten Positionspapier.

500 Stunden Praxisanleitung

Der Anteil der Praxisanleitung soll von aktuell zehn Prozent auf 20 Prozent der 2.500 Praxisstunden steigen, fordert der Verband. 250 der neu gewonnenen Stunden sollen anschließend flexibel genutzt werden können, wie beispielsweise für Gespräche oder die individuelle Förderung betreuungsintensiver Auszubildender.

Qualifikationsmodell nach europäischen Standards

Pflegerinnen und Pfleger sollten bundesweit die gleichen Chancen auf Fortbildung erhalten, egal welchen Einstieg sie in den Beruf genommen haben. „Entwicklungsmöglichkeiten in einem Berufsfeld sind ein wichtiges Kriterium bei der Entscheidung für eine Ausbildung“, sagt DEKV-Vorsitzender Christoph Radbruch. Dafür fordert der DEKV ein durchgängiges Qualifikationsmodell im europäischen oder deutschen Qualifikationsrahmen. Insgesamt sollten generalistische Regelungen für die Pflegeausbildung bundesweit gelten.

Abendschule und Schulsozialarbeit

Auszubildende sollen ihre Ausbildungs- und Urlaubszeit flexibler planen dürfen und auch beispielsweise in eine Abendschule gehen können. So will der Krankenhausverband Auszubildenden mit unterschiedlichsten Lebenswegen die Pflegeausbildung ermöglichen. Zur seelischen und psychosozialen Unterstützung fordert der Verband außerdem die Schulsozialarbeit auch an Pflegeschulen einzuführen.

Berufsorientierung fördern und festigen

Möglichkeiten zur beruflichen Orientierung, wie Praktika, und FSJ sollten erweitert und zeitlich flexibler werden. So sollte ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) auch viertel- oder halbjährlich angeboten werden können und ebenso fachlich betreut werden. Damit will der DEKV unter anderem Ausbildungsabbrüchen und –wechsel entgegenwirken. Zudem sollten berufliche Perspektiven bereits während der Ausbildung aufgezeigt werden.

Der Deutsche Evangelische Krankenhausverband betreibt 201 Kliniken an über 270 Standorten mit über 120.000 Beschäftigten und einem Umsatz von zehn Milliarden Euro. mb

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