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Corona-Belastung
Aktualisiert am 09.12.2020 - 14:17

„Es geht um die Bewältigung einer Notlage“

Vorstand Stolte © Frieder Weigmann / Diakonie Mitteldeutschland

Die Diakonie Mitteldeutschland fordert mehr Handlungsfreiheit in der Coronakrise. Vorstand Christoph Stolte macht konkrete Vorschläge.

  • Die Diakonie Mitteldeutschland will die Corona-Belastung ihrer Mitarbeiter in den Griff bekommen.
  • Vorstand Christoph Stolte will die Bundeswehr für Schnelltests in die Heime holen und im Notfall Arbeitsangebote in der Eingliederungshilfe schließen.
  • Die Träger sollen eigenverantwortlich und straffrei handeln dürfen.

Die Diakonie Mitteldeutschland will die Belastung in den Griff bekommen, die ihre Mitarbeitenden angesichts der Corona-Pandemie aushalten müssen. So will sie Hilfsteams der Bundeswehr für die Schnelltests in den Pflegeheimen einsetzen. „Die Mitarbeitenden können nicht noch die Schnelltests für Bewohner und Besucher durchführen. Dazu müssten Fachkräfte aus der Pflege abgezogen werden, was schlicht unverantwortlich ist“, so Vorstand Christoph Stolte gegenüber dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Verantwortliche sollen Personal flexibel einsetzen

Darüber hinaus schlägt er vor, für die kommenden Wochen die Mindestpersonalausstattung und den Fachkräfteschlüssel aufzuheben. So könnten Einrichtungsleitungen flexibel und schnell agieren. Auch für die Beschäftigten in der stationären Behindertenhilfe fordert er Entlastung. Träger sollten Angebote schließen dürfen, um die Mitarbeitenden in den Wohneinrichtungen einsetzen zu können, so Stolte.

Keine Angst vor Strafen

Stolte will mehr Eigenverantwortung für die Träger in der aktuellen Situation. „In einer solchen Notlage darf der Träger nicht gleich durch Kürzung der Finanzierung bestraft werden“, so der Diakonie-Vorstand. Ämter und Länder müssten dies akzeptieren, ohne im Nachgang die Nichteinhaltung von Vorschriften zu kritisieren. „Es geht in den kommenden Wochen um die Bewältigung einer Notlage, damit in Pflege- und Wohneinrichtungen alle Menschen versorgt sind“, sagt Stolte

Die Diakonie Mitteldeutschland ist in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Teilen Brandenburgs und Sachsens aktiv. Für den Verband arbeiten 32.000 Mitarbeitende in 1.900 Einrichtungen in unter anderem den Bereichen Gesundheit, Altenhilfe oder Suchtberatung. ols

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