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Messenger
Aktualisiert am 14.03.2020 - 09:42

„Es braucht Entscheidungen auf der Leitungsebene“

Professorin Zorn wurde aus gesundheitsgründen per Videochat zugeschaltet © Wohlfahrt Intern

„Alle wissen, dass WhatsApp nicht geeignet und legal ist“, sagt Isabel Zorn von der Technischen Hochschule Köln. Da aber bislang Konzepte und Alternativen fehlten, würden viele soziale Einrichtungen die App dennoch nutzen.

  • Fachkräfte können die Suche nach passenden Messengern nicht übernehmen.
  • Es gibt keine Konzepte, wie Messenger in Einrichtungen genutzt werden können.
  • Es braucht dazu Entscheidungen auf Leitungsebene.

„Es gibt wenig verlässliche Informationen und das extrem anspruchsvolle recherchieren können Fachkräfte nicht übernehmen“, sagt Zorn. Bislang gebe es zudem keine Konzepte wie man Messenger in Einrichtungen nutzen könnte. So gebe es keine verpflichtende medienpädagogische Ausbildungen. Zwar kämen die digital natives bald als Fachkräfte in die Einrichtungen, sie hätten aber kein solides Wissen dazu, sagt die Professorin.

Zu wenig Konzepte um datenkonform zu kommunizieren

Medienkompetenz allein löse jedoch das Problem nicht. „Auch trotz Sensibilität in diesem Thema kann man keine guten Lösungen finden“, sagt Zorn. Es gebe zu wenig Studien und Konzepte, um wirklich Datenschutzkonform zu kommunizieren. Deshalb werde trotz der Gesetze kritische Software und Apps benutzt.

Soziale Arbeit ist ein guter Markt für Apps

Dabei sei die Soziale Arbeit eigentlich ein guter Geschäftsmarkt für Messenger-Apps, sagt Zorn weiter. Mit den Apps sei ein großer Bevölkerungsteil und die gesamte künftige Generation zu erreichen. „Es fehlen die notwendigen digitalen Infrastrukturen sowie Angebote zur Weiterbildung in Qualitätssicherung und –entwicklung in Bildungsprozessen“, sagt Zorn. Dazu brauche es Entscheidungen auf Leitungsebene. Das seien Vorstandsentscheidungen, mit denen man die Fachkräfte nicht allein lassen könnte.

Die Eichstätter Fachtagung Sozialinformatik fand zum 15. Mal statt. Der Fachverband Informationstechnologie in Sozialwirtschaft und Sozialverwaltung (Finsoz) lud dabei knapp 100 IT-Verantwortliche von Sozialunternehmen zusammen mit Softwarefirmen in das Priesterseminar der Diözese Eichstätt ein. rv

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