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Coronahilfen
Aktualisiert am 09.02.2021 - 15:24

„Es besteht weiterhin Handlungsbedarf“

Diakonie-Präsident Ulrich Lilie © Thomas Meyer/OSTKREUZ

Diakonie-Präsident Ulrich Lilie fordert weitere staatliche Hilfen in der Coronakrise. Er beruft sich auf eine Umfrage der Bank für Sozialwirtschaft.

  • Die Diakonie fordert weitere staatliche Hilfen, mit denen die Träger auch in diesem Jahr Corona-Ausfälle kompensieren können.
  • Präsident Ulrich Lilie beruft sich auf eine Studie der Bank der Sozialwirtschaft, der zufolge mehr als die Hälfte der Sozialunternehmen Liquiditätsengpässe beklagen.
  • Unterstützungsbedarf bestehe darüber hinaus bei der qualifizierten Personalgewinnung und der Personalentwicklung.

Die Diakonie fordert von der Politik weitere finanzielle Hilfen in der Coronakrise. Die Folgen der Pandemie machten sich in erheblichen Auslastungsrückgängen, Ertragsausfällen und finanziellen Mehrbelastungen bemerkbar, so Präsident Ulrich Lilie. Die vom Staat bisher bereitgestellten Schutzschirme reichten nicht aus.

Im Namen der Bundesarbeitsgemeinschaft der Träger der freien Wohlfahrtspflege fordert Lilie umfassende Hilfen. Bürokratische Hürden und rechtliche Unsicherheiten solle der Gesetzgeber im Vorhinein aus dem Weg räumen.

Hilfen sind nur für 30 Prozent der Träger ausreichend

Lilie beruft sich bei seinen Forderungen auf eine Umfrage der Bank für Sozialwirtschaft (BfS). Der Umfrage zufolge hatten Träger im Herbst 2020 erhebliche finanzielle Einbußen in Folge der Pandemie zu beklagen. Nur knapp 30 Prozent der Teilnehmenden bewerteten die Kompensation von Ertragsausfällen durch die Schutzschirme als auskömmlich. Wie schon bei einer Befragung im Frühjahr sieht die Hälfte der Befragten trotz staatlicher Hilfen eine Refinanzierungslücke von fünf bis 20 Prozent.

Liquidität als größte Herausforderung

Eine zentrale Aufgabe sei deshalb die Liquiditätssicherung. Aktuell rechneten rund 60 Prozent der Befragten mit einer Verschlechterung ihrer Liquidität. Als wesentliche Herausforderungen für das Jahr 2021 sähen sie zudem bedeutende Mehrinvestitionen und signifikante Umsatzeinbußen sowie Personalengpässe. Folglich bestehe der großer Unterstützungsbedarf bei der qualifizierten Personalgewinnung und der Personalentwicklung.

Die bundesweite Erhebung hat die BfS von November bis Dezember 2020 unter rund 1.400 Akteuren des Sozial- und Gesundheitswesens durchgeführt. Eine erste Umfrage in der Coronakrise mit 1.000 Befragten lief von Mai bis Juni. ols

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