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Transformation
Aktualisiert am 10.05.2019 - 10:29

Digitalisierung verändert Normen und Werte

Prorektorin Belliger © Wohlfahrt Intern

Die Digitalisierung stoße einen gesellschaftlichen Veränderungsprozess lediglich an, sagt Andrea Belliger, Prorektorin der pädagogischen Hochschule Luzern. Der Kern der digitalen Transformation sei etwas anderes.

•    Der Kern von Digitalisierung ist Konnektivität und Vernetzung

•    Prozesse, Kultur und individuelle Mentalität sind für die digitale Transformation entscheidend

•    Hilfebedürftige sind häufig ausgeschlossen

„Die Technologie ist nicht der Kern der Veränderungen, sondern lediglich ein Katalysator“, sagte die Prorektorin weiter. Die Digitale Transformation sorge für neue Forderungen der Gesellschaft, wie beispielsweise nach Transparenz oder Partizipation. Es gehe um Konnektivität und Vernetzung.

Sozialunternehmen haben den falschen Fokus

Digitalisierung werde von sozialen Organisationen oftmals nur als technologische Herausforderung gesehen und es werde viel Geld für Daten und Technologien ausgegeben. „Dabei sind die Prozesse, die Kultur und das Mindset wichtiger, dort sollte der Fokus hin“, sagte Belliger. Prozesse müssten durchgängig digital gedacht sein, mit neuen Arbeitsmethoden und konsequenter Kundenorientierung.

Digitale Kompetenzen sind nicht im Blick

Viele Fachleute würden häufig noch über Soziale Arbeit 3.0 diskutieren, ergänzte Andreas Lob-Hüdepohl, Professor für theologische Ethik an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin. Vernetzung und digitale Kompetenzen verlören sie dabei aus dem Blick.

„Bei der Digitalisierung gibt es Gewinner und Verlierer“, sagte Michael Löher, Vorstand vom Deutschen Verein für öffentliche Fürsorge. Es gebe bei der digitalen Transformation noch viel Luft nach oben, oftmals sorge sie noch für eine neue Form der Ausgrenzung. „Die Betroffenen haben mit der digitalen Transformation nicht viel zu tun oder sie kommen damit nicht zurecht“, konkretisierte Gudrun Schliebener, Vorsitzende des Bundesverbands der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen. Man könne sich in Notsituationen kaum ein Handy leisten und sich erst recht nicht mit Netzwerken beschäftigen. Die Probleme seien andere.

Das erste Forum zur Zukunft der sozialen Arbeit von contec fand mit knapp 100 Teilnehmenden in Berlin statt. Das Zukunftsforum stand unter dem Motto: „Gesellschaft im Wandel – Soziale Arbeit zwischen Wertediffusion und Menschenwürde“. rv

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