Heute ist Sonntag , der 20.06.2021

Wohlfahrt Intern
www.wohlfahrtintern.de
Pflegereform
Aktualisiert am 28.05.2021 - 12:12

Diakonie will Eigenanteile deckeln

Präsident Lilie © Diakonie/Thomas Meyer

Die Diakonie kritisiert die Pflegepolitik der Bundesregierung. Bessere Gehälter dürfen nicht auf die Kosten Pflegebedürftiger gehen, warnt Diakonie-Präsident Ulrich Lilie.

  • Die Eigenanteile von Pflegebedürftigen müssen gedeckelt werden, fordert die Diakonie in einer Mitteilung.
  • Der Paritätische Wohlfahrtsverband Thüringen kritisiert den steigenden Eigenanteil für Kinderlose.
  • Entbürokratisierung und kluge Personalbemessung würden weiterhin ignoriert, beklagt der paritätische Landesgeschäftsführer in Thüringen Stefan Werner.

Pflegebedürftige Menschen sollen nicht für bessere Gehälter der Pflegekräfte aufkommen müssen. Das schreibt die Diakonie in einer Mitteilung und fordert eine Deckelung der Eigenanteile von der Politik. „Die Kosten für einen Platz im Pflegeheim liegen in einigen Einrichtungen inzwischen bei mehr als 3.500 Euro im Monat“, kritisiert Diakonie-Präsident Ulrich Lilie. Nach den aktuellen Plänen der Bundesregierung sollen nach einem Jahr im Heim 25 Prozent der Kosten erstattet werden. Im zweiten und dritten Jahr soll der Anteil weiter steigen. „Das ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein“, sagt Lilie.

Lebensentwürfe gleichstellen

Auch der Paritätische Wohlfahrtsverband Thüringen kritisiert die aktuellen Pläne des Bundesgesundheitsministeriums. Dass Kinderlose mehr bezahlen sollen, spiele nur Lebensentwürfe gegeneinander aus, die gleichberechtigt sein sollten. „Zu glauben, dass die Mehreinnahmen reichen würden, lässt an der Seriosität und an der Rechenkompetenz des Bundesministeriums zweifeln“, sagt Landesgeschäftsführer Stefan Werner.

Bürgerversicherung einführen

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Thüringen fordert deshalb die Einführung einer Bürgerversicherung. Probleme, wie die Entbürokratisierung, kluge Personalbemessung, neue Personalmix-Modelle und die Arbeitszeitregelung würden mit dem jetzigen Gesetzentwurf wieder einmal nicht gelöst, beklagt Werner. Es zeichne sich „einfach nur purer Wahlkampf, Stückwerk und das Ergebnis jahrelanger Untätigkeit" ab, urteilt er.

Zuschläge für Pflegebedürftige

Der aktuelle Reformentwurf der Bundesregierung soll Pflegebedürftige von steigenden Pflegekosten entlasten. Eine Milliarde Euro sollen dafür jährlich vom Bund in die Pflegeversicherung fließen. Gleichzeitig soll der Beitrag von kinderlosen Beitragszahlern im Vergleich zu Eltern um  0,35 Prozent auf 3,4 Prozent steigen. mb

© Wohlfahrt Intern