Heute ist Sonntag , der 02.10.2022

Wohlfahrt Intern
www.wohlfahrtintern.de
Sozialer Arbeitsmarkt
Aktualisiert am 08.07.2022 - 10:42

Diakonie und AWO kritisieren Kürzungspläne

Sozialvorständin Loheide © Diakonie Deutschland / Thomas Meier/Ostkreuz

Die AWO und Diakonie finden deutliche Worte gegenüber den geplanten Kürzungen von Leistungen für Langzeitarbeitslose. Den Rotstift dort anzusetzen, sei unanständig, sagt Diakonie-Vorständin Maria Loheide.

  • Die Kürzungspläne bei Leistungen für Langzeitarbeitslose im Bundeshaushalt 2023 stoßen bei AWO und Diakonie auf deutliche Kritik.
  • Das Programm wirke auch dem Arbeitskräftemangel in der Pflege und der Kinderbetreuung entgegen, sagt die AWO-Vorsitzende Brigitte Döcker.
  • Beide Verbände fordern mehr solcher Leistungen und nicht weniger.

Die Diakonie und AWO kritisieren die geplanten Kürzungen von Leistungen für Langzeitarbeitslose. „Den Rotstift gerade bei der Förderung von Arbeit und Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen und Geringqualifizierten anzusetzen, ist unanständig“, sagt Maria Loheide, Vorständin Sozialpolitik der Diakonie Deutschland. Finanzminister Lindner solle sich darauf besinnen, dass er Verantwortung für alle in der Gesellschaft und nicht nur Wohlhabende und gut Qualifizierte trage.

Gute Erfahrungen gemacht

„Diese Einsparmaßnahme bedroht von Armut betroffene Menschen, die eine Begleitstruktur benötigen, um wieder auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen und die Vielfalt der Trägerlandschaft“, sagt Brigitte Döcker, Vorstandsvorsitzende des AWO Bundesverbands. Es sei erfolgreich und wirke auch dem Arbeitskräftemangel insbesondere in der Pflege und der Kinderbetreuung entgegen. Es brauche mehr solcher Programme und nicht weniger, um mehr Teilhabe zu ermöglichen und den Arbeitsmarkt zu entlasten, sagt die Vorsitzende.

Zuvor hatten Medien berichtet, dass Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) die Leistungen um 600 Millionen Euro kürzen wolle. Betroffen von der Regelung sind unter anderem der soziale Arbeitsmarkt und weitere Förderungen aus dem Teilhabechancengesetz, das erst 2019 in Kraft trat. rv

© Wohlfahrt Intern