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Innovation
Aktualisiert am 24.06.2020 - 17:23

„Coronakrise sorgt für Digitalisierungsschub“

Diakoniepräsident Lilie © Wohlfahrt Intern

700 Mitarbeitende seien innerhalb einer Woche ins Homeoffice gewechselt, sagt Diakoniepräsident Ulrich Lilie. Das habe erstaunlich gut funktioniert.

  • Verbände sollten die Zeit des Umbruchs durch die Coronakrise für Innovationen nutzen, sagt der Diakoniepräsident und Vizepräsident der BAGFW Ulrich Lilie.

  • Die Wohlfahrt müsse Gemeinnützigkeit mit Digitalisierung verbinden.

  • Es brauche eine gesunde Fehlerkultur und Erprobungsräume.

Die Coronakrise hat in vielen Wohlfahrtsverbänden die Digitalisierung vorangetrieben. Davon ist Diakoniepräsident Ulrich Lilie überzeugt. „Wir haben innerhalb einer Woche 700 Mitarbeitende ins Homeoffice entlassen und waren erstaunlich produktiv“, sagt der Vizepräsident der BAGFW, Ulrich Lilie, bei einer Paneldiskussion der Konferenz Wohlfahrt digital. Es sei ein Digitalisierungsschub ohne Gleichen gewesen. Digitalisierung sei nicht nur für den Mittelstand. „Auch im großen Wirtschaftssektor der Wohlfahrt müssen wir noch viel mehr darin investieren“, so Lillie.

Führung muss Innovation ermöglich

Die Wohlfahrt müsse Gemeinnützigkeit mit Digitalisierung verbinden. „Wir haben einen Auftrag für alle und dieser Ansatz ist es, der uns von der Wirtschaft unterscheidet“, sagt Lilie. Deshalb spreche er sich für eine gesunde Fehlerkultur und Erprobungsräume aus. Ermöglichende Führung schaffe diese Räume, wo Neues ausprobiert und angepasst werden könne. Dann könne eine Organisation das Erlernte skalieren. Disruptives Denken, das alte Muster in Frage stellt, sei eine treibende Kraft für Innovation.

Gesellschaft offen für neue Perspektiven

Man müsse das Zeitfenster jetzt nutzen, um sich zu erneuern, fordert der Gründer und Gesellschafter der Lead-Academy Tobias Leipprand. Aktuell biete die Krise eine Chance für Innovation, weil Politik und Gesellschaft für neue Lösungen offen seien. Die Situation könne sich aber zum Negativen wenden, wenn sich die Gesellschaft spalte wie derzeit in den USA. Deshalb sei es jetzt wichtig zu handeln. „Die Freie Wohlfahrt ist ein wichtiger Player, der auch die Zukunft der Digitalisierung mitschreiben sollte“, betont Leipprand.

Zur Veranstaltung:

Der Online-Kongress Wohlfahrt digital fand vom 22. Bis 24. Juni statt und wurde von der Bundesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrt ausgerichtet und vom Bundesfamilienministerium gefördert. ct

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