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Coronafolgen
Aktualisiert am 17.07.2020 - 15:40

Caritas fordert mehr finanzielle Sicherheit für Einrichtungen und Mitarbeitende

Eine von der Bank für Sozialwirtschaft herausgegebene Studie belegt, wie die Corona-Pandemie soziale Einrichtungen unter finanziellen Druck setzt. Der Deutsche Caritasverband richtet eine Forderung an die Politik.

  • Caritas fordert Umsetzung des Konjunkturpakets und Weiterführung des Sozialdienstleister-Einsatzgesetzes.

  • Studie der Bank für Sozialwirtschaft zeigt Einnahmeausfälle von fünf bis 20 Prozent bei mehr als der Hälfte der befragten sozialen Einrichtungen und Dienste.

  • Gewinnung qualifizierten Personals werde in der Krise noch wichtiger.

Die Caritas Deutschland steht durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie unter finanziellem Druck. Vor allem die Refinanzierungssituation in näherer Zukunft mache den Einrichtungen und Diensten Sorgen, so der Verband. Ein Corona-Konjunktureinbruch bei den Leistungsträgern sei fatal. Wichtige Steuereinnahmen würden wegbrechen. „Unsere Einrichtungen und Dienste brauchen Stabilität und Sicherheit, um ihre Rolle als Feuerwehr des Sozialen wahrnehmen zu können“, teilt die Caritas mit. Hinzu komme ein qualifiziertes Personal, das die fortbestehenden Zusatzanforderungen leisten kann, aufrechtzuerhalten.

Daher dürfe die soziale Infrastruktur nicht darunter leiden, wenn den Kommunen die Steuereinnahmen wegfallen. „Wir fordern die Bundesregierung eindringlich auf, die Entlastung der Kommunen, die mit dem Konjunkturpaket beschlossen wurde, nach der Sommerpause unverzüglich umzusetzen“, so die Caritas Deutschland. Darüber hinaus erwarte die Caritas Deutschland, dass das Sozialdienstleister-Einsatzgesetz (SodEG), das die Gewährung von Zuschüssen an soziale Dienste oder Einrichtungen in der Corona-Pandemie leistet, fortgeführt werde.

Studie bestätigt finanziellen Druck

Anlass der Forderung der Caritas ist eine von der Bank für Sozialwirtschaft herausgegebenen Studie über die finanzielle Situation sozialer Dienste in der Corona-Pandemie. Demnach befürchtet mehr als die Hälfte der Befragten eine Refinanzierungslücke. Die nicht kompensierten Einnahmeausfälle belaufen sich laut Studie bisher auf fünf bis 20 Prozent. Folglich gehen zwei Drittel der Befragten von einer verschlechterten Liquiditätssituation aus. Der Konsolidierungsdruck bei den Trägern steige, so die Autoren.

Besonders der Bedarf nach Unterstützung bei der qualifizierten Personalgewinnung und Personalentwicklung ist nach der Studie besonders wichtig für die Träger. „Durch die Corona-Krise haben sich die Anforderungen an die Mitarbeiter in der Sozialwirtschaft abermals erhöht“, so Harald Schmitz, Vorstandsvorsitzender der Bank für Sozialwirtschaft. Der Mangel an qualifizierten Personal nehme somit zu.  

Die bundesweite Studie der Bank für Sozialwirtschaft wurde in Kooperation mit den Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege, dem Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge, dem Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste und der Universität zu Köln getätigt. Die Erhebung fand vom 15. Mai bis 15. Juni 2020 statt. fn

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