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Suizidassistenz
Aktualisiert am 13.10.2021 - 15:48

Caritas fordert Ausbau der Suizidprävention

Caritaspräsident Neher © Deutscher Caritasverband e.V.

Der neu gewählte Bundestag muss ein Gesetz zum assistierten Suizid verabschieden. Vorher müsse die Suizidprävention deutlich ausgebaut werden, fordert Caritaspräsident Peter Neher.

  • Der deutsche Caritasverband fordert von der nächsten Bundesregierung den Ausbau der Suizidprävention und der palliativen Beratung.

  • Durch die Einführung bundesweiter Beratungshotlines könnten gefährdete Menschen notwendige Unterstützung bekommen.

  • Viele Menschen leiden durch die Coronapandemie unter gefährlichen psychischen Belastungen.

Der deutsche Caritasverband fordert von der nächsten Bundesregierung den Ausbau der Suizidprävention und der palliativen Beratung. „Ihre Stärkung gehört aus unserer Sicht in den neuen Koalitionsvertrag“, so Präsident Peter Neher. Niedrigschwellige Angebote der Suizidprävention müssten flächendeckend verfügbar werden, zum Beispiel durch die Einführung bundesweiter Beratungshotlines.

Psychische Erkrankungen aus der Tabuzone holen

Über 90 Prozent der Menschen, die einen Suizid erwägen, seien in existentieller Not. Häufig litten sie unter einer behandelbaren psychischen Erkrankung. „Wenn Menschen besser Bescheid wissen über die vielen Möglichkeiten der Vorsorge und der hospizlichen und palliativen Versorgung am Lebensende, können ihnen viele Ängste und Sorgen vor dem Sterben genommen werden“, so Neher.

Lockdowns haben Problemlage verschärft

Die Probleme seien während der Coronapandemie noch dringlicher geworden. „Die Lockdown-Erfahrungen haben verschärfte psychische Belastungen mit sich gebracht und erhebliche Suizidgefahren sichtbar werden lassen“, sagt Neher.

Gesetzgeber muss Suizidassistenz neu regeln

Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts muss der nächste Bundestag eine Neuregelung zum assistierten Suizid finden. Das Gericht hatte 2020 festgestellt, dass das im Grundgesetz verankerte allgemeine Persönlichkeitsrecht auch ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben umfasst.

Der Deutsche Caritasverband gehört zu den Spitzenverbänden der Wohlfahrt in Deutschland. Unter seinem Dach sind rund 6.500 Träger zusammengeschlossen. Insgesamt beschäftigt die Caritas in Deutschland etwa 660.000 Mitarbeitende in 25.000 Einrichtungen und Diensten. fb

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