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Wohnungslosenhilfe
Aktualisiert am 15.09.2021 - 14:01

AWO Bundesverband fordert Ausbau von Beratungsstellen

Vorständin Döcker © AWO Bundesverband

Wohnungslose brauchen mehr und ausreichend finanzierte Beratungsstellen, sagt AWO-Bundesvorständin Brigitte Döcker. Besonders eine Entwicklung bereitet ihr Sorgen.

  • Die AWO verlangt mehr Hilfe für wohnungslose Menschen.

  • Immer mehr Erwerbstätige rutschen in die Wohnungslosigkeit.

  • Politik muss Missstände wie teure Mieten angehen.

Der AWO Bundesverband fordert eine Ausweitung und auskömmliche Finanzierung von Beratungsstellen für Wohnungslose. Die rund 680.000 von Wohnungslosigkeit betroffenen Menschen in Deutschland benötigen institutionelle Hilfsangebote und zwischenmenschliche Solidarität, sagt AWO-Bundesvorständin Brigitte Döcker. Es brauche beispielsweise spezifische Angebote für besonders schutzbedürftige Gruppen wie wohnungslose Frauen. Außerdem müsse die medizinische Versorgung verbessert werden.

Zahl wohnungsloser Erwerbstätiger verdoppelt

Eine besorgniserregende Entwicklung sei Döcker zufolge, dass immer mehr Menschen trotz Erwerbstätigkeit in die Wohnungslosigkeit abrutschen. Ihr Anteil habe sich in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. „Darin sehen wir ein unmissverständliches Warnsignal für negative Trends in der Gesamtgesellschaft“, sagt Döcker. Nicht nur der Wohnraummangel mache sich hier bemerkbar, sondern auch die Wechselwirkung aus zu teuren Mieten und zu niedrigen Mindestlöhnen.

Sozialwohnungen schaffen

Die AWO-Bundesvorständin appelliert an die Politik, diese Missstände anzugehen. Sie müsse den Mindestlohn anheben, Sozialwohnungen erhalten und schaffen sowie umfassende Regelungen zum Schutz von Mieterinnen und Mietern auf den Weg bringen. Eine dringende Aufgabe der nächsten Bundesregierung sei auch, eine kommunale, bedarfsgerechte Wohnungs- und Sozialraumpolitik aufzubauen.

Die Arbeiterwohlfahrt beschäftigt bundesweit rund 237.000 Mitarbeitende in circa 18.000 Einrichtungen. Dazu zählen unter anderem Pflegeheime und Wohngemeinschaften, Kitas sowie Tagesstätten für Jugendliche und alte Menschen. sd

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