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Krankenhausfinanzierung
Aktualisiert am 15.05.2020 - 16:04

„Ausgleichspauschale muss sich nach Fallschwere richten“

Vorstandsvorsitzender Radbruch © DEKV / Hans-Christian Plambeck

Der evangelische Krankenhausverband warnt vor einer Differenzierung der 560 Euro Pauschale für freigehaltene Klinikbetten nach Bettenzahl in der Coronakrise. Vorstandsvorsitzender Christoph Radbruch will ein genaueres Modell.

  • Die Differenzierung nach einer Bettenpauschale würde den Bedarf bei der Freihaltepauschale von 560 Euro zu ungenau abbilden, kritisiert der Vorstandsvorsitzende Christoph Radbruch des Verbands evangelischer Krankenhäuser.

  • Die durchschnittliche Fallschwere sei ein besseres Instrument, um Krankenhäusern eine Pauschale zuzuordnen.

  • Der Verband  begrüßt, dass es zusätzliches Geld für Coronatests in Krankenhäusern geben soll.

Die Pauschale für freigehaltene Betten muss sich an der Fallschwere bemessen. Das fordert der Vorstandsvorsitzende des deutschen evangelischen Krankenhausverband (DEKV) Christoph Radbruch. Der Krankenhausvertreter warnt davor, die 560-Euro-Pauschale nach der Bettenzahl einzustufen. Die Zahlung müsse sich stattdessen am Case Mix Index und krankenhausinternen Kriterien orientieren. „Die Berücksichtigung der durchschnittlichen Fallschwere bildet die Behandlungskomplexität und den damit verbundenen Ressourceneinsatz deutlich genauer ab als die Zahl der Klinikbetten“, so Radbruch.

Kleine Häuser mit hoher Spezialisierung böten teilweise Leistungen, die mit hohen Anforderungen verbunden seien. Werde die Pauschale um den variablen Sachkostenanteil bereinigt, schließe die Maßnahme Fehlanreize größten Teils aus, sagt Radbruch.

Coronatests auch in Psychiatrien bezahlt

Der DEKV äußerte die Forderung nach der Verabschiedung des zweiten Covid-19-Bevölkerungsschutzgesetzes, das ein Zusatzentgelt für Coronatests in Krankenhäusern vorsieht. Der DEKV begrüßt diesen Schritt. „Besonders freut uns, dass die Kostenübernahme auch den Psychiatrischen und Psychosomatischen Bereich sowie die Besonderen Einrichtungen umfasst“, sagt der Vorstandsvorsitzende des DEKV Christoph Radbruch.

Der DEKV ist ein Branchenverband der evangelischen Krankenhäuser. Laut eignen Angaben vertritt der Verband 201 Krankenhäuser, die zusammen 120.000 Mitarbeitende beschäftigen und jährlich einen Umsatz von rund zehn Milliarden Euro generieren. ct

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