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Diakonie des Kirchenkreises Hildesheim-Sarstedt
Aktualisiert am 03.07.2020 - 14:25

Alfelder Pflegeheim geht an privaten Betreiber

Das Diakonische Werk des lutherischen Kirchenkreises Hildesheim-Sarstedt hat nach massiven Finanzproblemen das Pflegeheim St. Elisabeth abgegeben. Der private Eigentümer hat weitreichende Pläne.

  • Diakonischen Werks des lutherischen Kirchenkreises Hildesheim-Sarstedt gibt das Pflegeheim St. Elisabeth in Alfeld an der Leine in private Hand.

  • Der neue Investor will moderne Wohnungen für die 90 Pflegebedürftigen sowie 30 Plätze für Betreutes Wohnen bauen.

  • Die diakonische Betreibergesellschaft des Kirchenkreises war 2018 nach Finanzlücken in die Insolvenz in Eigenverwaltung gegangen.

Nach rund 50 Jahren in diakonischer Hand ist das Pflegeheim St. Elisabeth in Alfeld an der Leine seit Anfang Juni privatisiert. Neuer Betreiber ist die Berliner Cosiq, die Immobilie ging an den Projektentwickler Carestone Group aus Garbsen.

Bürgschaft sollte Haus bei der Diakonie halten

„Im Herbst beginnen auf dem Gelände die Bauarbeiten zu einem Neubau für moderne Wohnungen für die 90 Pflegebedürftigen sowie 30 Plätze für Betreutes Wohnen“, beschreibt Carestone-Geschäftsführer Mark Uhmeier. Das Unternehmen will dafür einen zweistelligen Millionenbetrag investieren. Der neue Investor will auch das neu errichtete Gebäude an den neuen Betreiber Cosiq vermieten.

In die Insolvenz gerutscht war die Eigentümer- und Betreibergesellschaft, eine gemeinnützige GmbH in der Hand des Diakonischen Werks des lutherischen Kirchenkreises Hildesheim-Sarstedt, wegen massiver Finanzlücken. Ende 2018 meldete sie Insolvenz in Eigenverwaltung an. Um das Haus in diakonischer Hand zu halten, übernahm der Kirchenkreis-Vorstand Hildesheimer Land-Alfeld eine Bürgschaft.

Unsicherheit bei Bewohnern verursacht

Der Braunschweiger Wirtschaftsjurist Tobias Hartwig von der Insolvenzkanzlei Schultze & Braun erarbeitete ein komplexes Finanzierungs- und Betreiberkonstrukt. Doch dann wurde im Frühjahr 2020 eine weitere im Rahmen einer Patronatserklärung wesentliche Gesellschaft insolvent. „Spätestens ab diesem Zeitpunkt war mir klar, dass die Diakonie das nicht würde stemmen können“, berichtet der Insolvenzverwalter.

Das Festhalten des freigemeinnützigen Trägers „zwischen Prinzip Hoffnung und Missmanagement“ habe für die Bewohner und die 90 Mitarbeitenden von St. Elisabeth rund ein dreiviertel Jahr überflüssige Unsicherheit bedeutet. Trotzdem habe es nur wenige Wochen gedauert, bis die rettende Lösung feststand. Nach europaweiter Suche kann Hartwig nun an die Gläubiger „eine außergewöhnlich hohe Quote ausschütten“. Alle Beteiligten könnten mit dem Ablauf und Ergebnis der Sanierung sehr zufrieden sein, denn von einer solch positiven Lösung hätten zu Beginn sicher nicht viele zu träumen gewagt, so der Insolvenzverwalter. ak

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