Heute ist Samstag , der 26.09.2020

Wohlfahrt Intern
www.wohlfahrtintern.de
Klimaschutz
Aktualisiert am 19.09.2019 - 08:58

Vergesst bei der Klimawende die Armen nicht

Caritas-Präsident Neher © Anke Jacob

„Wir müssen ans Klima denken und dabei auch an die armen und die armutsgefährdeten Menschen“, fordert Caritas-Präsident Peter Neher. Eine ökologische Gerechtigkeit müsse auch immer eine soziale Gerechtigkeit sein.

  • Caritas-Präsident Neher appelliert an die Bundesregierung, bei den geplanten Maßnahmen für Klimaschutz Menschen in Armut zu berücksichtigen.
  • Die Bepreisung von Kohlendioxid müsste in ihren Auswirkungen auf Menschen mit niedrigen Einkommen bewertet werden.
  • Nach energetischen Sanierungen müsse es etwa höheres Wohngeld geben, für Menschen in Grundsicherung ein kostenloses Ticket für den Nahverkehr.

Der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Peter Neher, hat an die Bundesregierung appelliert, bei den geplanten Maßnahmen zum Klimaschutz auch soziale Aspekte zu berücksichtigen. Eine geplante Mehrbelastung der Bürger durch eine Bepreisung von Kohlendioxid müssten in ihren Auswirkungen auf Menschen mit niedrigen Einkommen bewertet werden.

Folgekosten einkalkulieren

Ein Beispiel sei der Gebäudesektor. Über staatlich geförderte energetische Sanierung steige der Wert der Immobilien und die Mieten erhöhten sich ebenfalls. Daher müsse auch das Wohngeld für Armutsgefährdete und die Kosten der Unterkunft für Grundsicherungsempfänger entsprechend angepasst werden. "Diese Folgekosten müssen in das Klimapaket einkalkuliert werden. Hier besteht ein dringender Nachbesserungsbedarf bei den aktuellen politischen Überlegungen", so Neher. Ähnliches gelte für die Überlegungen zur Mobilität und zum Verkehr.

Nicht nur Besserverdienenden Vorteile gewähren

In der Klimadebatte in dieser Woche gab es zudem Vorschläge, die arme Menschen nicht betreffen, die aber für Besserverdienende hohe geldwerte Vorteile bringen wie beispielsweise die geplante höhere Bezuschussung zur Anschaffung von Elektroautos. Der Deutsche Caritasverband fordert an dieser Stelle einen Ausgleich für Grundsicherungsempfänger über kostenlose ÖPNV-Tickets. An diesem Freitag will die Regierung ein Maßnahmenpaket beschließen, mit dem die deutschen Klimaziele erreicht werden sollen. dh

© Wohlfahrt Intern
Artikel weiterempfehlen