Nachhaltigkeitsziele

„Freie Wohlfahrt muss mehr für Nachhaltigkeit tun“

Wohlfahrtsverbände sollten sich entschiedener für eine nachhaltige Entwicklung einsetzen, fordert Marianne Dehne, Wirtschaftsreferentin der Diakonie Deutschland in der epd-Sozial. In einigen Bereichen bestehe Nachholbedarf.

Referentin Dehne © Diakonie/Hermann Bredehorst

  • Bei der Umsetzung der Entwicklungsziele der Vereinten Nationen nutze die Wohlfahrt nicht ihr volles Potenzial, kritisiert Marianne Dehne.
  • Gerade bei Klimaschutz und Nachhaltigkeit könnten Verbände noch mehr tun.
  • Die Wohlfahrt unterschätze dabei oft, dass ökologische und soziale Gerechtigkeit zusammenhängen.

Die Wohlfahrt müsse sich mehr für die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen engagieren und sich in deren Weiterentwicklung einbringen, fordert Marianne Dehne. Diese seien eine Gemeinschaftsaufgabe, an der sich auch die Freie Wohlfahrtspflege beteiligen müsse. Bei einigen Zielen hätten die Verbände noch deutlich Luft nach oben.

Geschäft der Verbände wirkt sich aufs Klima aus

Insbesondere Klimaschutz und nachhaltiger Konsum seien Handlungsfelder, in denen in der Freien Wohlfahrtspflege noch Nachholbedarf bestehe. „Bei ökologischen Themen und bei Menschenrechtsthemen weltweit hält sich die Wohlfahrtspflege häufig vornehm zurück“, kritisiert die Referentin. Dabei seien die Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit beträchtlich.

Wettbewerb führt auch bei Wohlfahrt zu bröckelnden Standards

Grundsätzlich unterschätze die Wohlfahrtspflege den wechselseitigen Zusammenhang zwischen ökologischer und sozialer Gerechtigkeit stark. Dabei habe ein sorgsamer Umgang mit der Umwelt unmittelbar positive Effekte auf die Lebensbedingungen der Menschen. „Wenn wir als Freie Wohlfahrtspflege auf die Einhaltung von Menschen- und Arbeitsrechten weltweit achten, beugen wir im Zeitalter der Globalisierung einer Abwärtsspirale vor, die auch bei uns um der Wettbewerbsfähigkeit willen zu einem Bröckeln von Standards führt“, sagt Dehne.

Klimaschutz und soziale Arbeit schließen sich nicht aus

Die Referentin plädiert dafür, einzelne Ziele nicht gegeneinander auszuspielen, sondern nach Lösungen zu suchen, die keine Menschengruppen benachteiligen. Klimaschutz dürfe selbstverständlich nicht auf Kosten von Menschen mit geringem Einkommen gehen. Aber das heiße nicht, dass ambitionierter Klimaschutz zum Feindbild der Sozialen Arbeit werden müsse.

Verbände könnten Plattform für Vernetzung sein

Die Referentin schlägt ein Handeln auf drei verschiedenen Ebenen vor. Erstens sollten Einrichtungen und Dienste ausloten, was sie selbst tun können, um nachhaltiger zu werden. Zweitens könnten Verbände vernetzen, Plattformen bieten und gute Beispiele aufbereiten. Drittens sollten Verbände sich auch politisch für mehr Nachhaltigkeit einsetzen, damit die Politik Anreize setze und Förderungen ausbaue.

Die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen haben 2015 die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung verabschiedet. Sie sollen bis zum Jahr 2030 erreicht werden. In Deutschland ist die Basis für die Umsetzung der Ziele die Nachhaltigkeitsstrategie von 2016, die 2018 aktualisiert wurde. Seit Oktober 2019 entwickelt die Bundesregierung die Nachhaltigkeitsstrategie erneut weiter. br

zurück | drucken

Artikel weiterempfehlen

Frage des Monats

Viele Krankenhäuser haben mit erheblichen Defiziten zu kämpfen, vielen droht das Aus. Welche Kliniken werden Ihrer Meinung nach am meisten unter dem Strukturwandel leiden?

Kommunale

Freigemeinnützige

Private


Ergebnisse

Die aktuelle Ausgabe

Titelthema: Compliance

■ Regeln einhalten ■ Reputation schützen ■ Risiken minimieren

weiter

Leider falsch - wir korrigieren

Alle Menschen machen Fehler – bei Journalisten sind sie leider gleich gedruckt. Manchmal rutscht uns eine missglückte Formulierung durch, manchmal eine falsche Zahl. Das tut uns leid. Hier finden Sie die Korrekturen.

Probleme auf der Webseite?

Falsche Darstellung, fehlerhafter Link, fehlende Funktion? Bitte melden Sie Probleme mit der Webseite unserem Administrator. Herzlichen Dank für Ihre Mithilfe! Fehler melden

 

Unser Wohlfahrt Intern E-Paper

Lesen Sie Wohlfahrt Intern jetzt auch als E-Paper

E-Paper hier öffnen

Seite weiterempfehlen