Krankenversicherung

AWO lehnt einseitige Beitragserhöhung ab

Die AWO lehnt die geplante Festschreibung des Arbeitgeberanteils in der gesetzlichen Krankenversicherung auf 7,3 Prozent strikt ab. Hintergrund: Mit der Gesundheitsreform sollen die Krankenkassenbeiträge im kommenden Jahr von 14,9 auf 15,5 Prozentpunkte steigen.

BERLIN - Während der Arbeitgeberanteil gleich bleibt, sollen allein die Versicherten die Mehrkosten tragen.  Diese stelle „eine weitere Aushöhlung der solidarisch finanzierten Gesetzlichen Krankenversicherung“  dar, so AWO-Vorstand Brigitte Döcker anlässlich der Anhörung im Gesundheitsausschuss des Bundestages. Der Wohlfahrtsverband beklagt: Schon jetzt sollten Versicherte einen Anteil von 8,2 Prozent alleine übernehmen. In der Berliner AWO-Zentrale befürchtet man, dass auch künftig mit weiteren Zusatzbeiträgen und Eigenbeteiligungen zu rechnen sei.

Aktuelle Berechnungen zeigten, so die AWO, dass die jährliche beitragspflichtige Einnahmen in der Gesetzlichen Krankenversicherung um zwei Prozent steigen und die Ausgaben um vier Prozent weiterhin überproportional wachsen. Wenn man dieses Szenario bis zum Jahr 2020 fortschreibt, dann erreicht der Zusatzbeitrag für Arbeitnehmer monatlich ca. 75 Euro. "Das ist die Einführung der Kopfpauschale durch die Hintertür und treibt die Entsolidarisierung im Gesundheitswesen weiter voran", betont Döcker.

Der Alternativvorschlag der AWO: „Eine Bürgerversicherung, in die alle Einkommensarten zur sozial und gerechten Finanzierung einbezogen werden", so AWO-Vorstand Döcker.

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