Wohnungsnot

AWO Bayern-Chef Beyer bemängelt fehlende Datenlage

Immer mehr Familien mit Arbeitslohn und Berufsausbildung seien von Obdachlosigkeit bedroht, warnt Thomas Beyer. Den Staat sieht der Vorsitzende der AWO Bayern bei einer Sache besonders in der Pflicht.

© AWO LV Bayern

•    AWO Bayern-Chef Beyer fordert eine amtliche bundesweite Statistik über Wohnungslosigkeit

•    Der Staat solle in ausreichender Größe als Bauherr und Anbieter bezahlbaren Wohnraums auftreten

•    Enteignung oder Vergesellschaftung sollten Ultima Ratio bleiben und an Entschädigungen geknüpft sein

Statistik liefert wichtige Details

Der Vorsitzende der AWO Bayern, Thomas Beyer, hat in einem Gastbeitrag beim Evangelischen Pressedienst (epd) eine amtliche Statistik über Wohnungslosigkeit gefordert. Dazu zähle auch das Wohnen in provisorischen Containern, zur Untermiete oder das Schlafen auf dem Sofa „Wie viele von ihnen sind weiblich, wie viele männlich? Warum sind auch Kinder betroffen? Welche anderen Probleme haben die Betroffenen möglicherweise?“, fragt Beyer in dem Beitrag. Die Statistik könne zeigen, wo der Sozialstaat schwächelt und soziale Integration misslingt.

Viele Bevölkerungsgruppen betroffen

Keine eigenen vier Wände zu haben, sei ein Indiz für materielle Not. Schuld seien zu hohe Mieten, die bereits Normalverdiener über Gebühr belasteten und andere Bevölkerungsgruppen wie Alleinerziehende und Erwerbslose in Armut brächten, kritisiert Beyer. Die bestehende Mietpreisbremse sei untauglich, denn sie enthalte zu viele Schlupflöcher. Beyer fordert stattdessen verstärkten sozialen Wohnungsbau. Auch ein Rückkauf ehemals kommunaler Wohnungsbestände befürwortet er.

Enteignungen unter Umständen legitim

Enteignungen sollten dagegen an Entschädigungen gebunden werden. „Trotzdem darf der soziale Rechtsstaat angesichts drohender elementarer Missstände für erhebliche Teile der Bevölkerung diese Mittel nicht vorschnell aus Rücksicht auf bloße Kapitalinteressen ausschließen“, schreibt Beyer. Alle aufgezählten Maßnahmen sollten rasch umgesetzt werden, fordert er. jh

Quelle: epd, AWO LV Bayern

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