Tafeln

Tafeln für Bedürftige boomen

Die Zahl der Tafeln, die Bedürftige mit Lebensmitteln versorgen, ist stark gestiegen. In Deutschland versorgen 767 Tafeln arme Menschen mit Brot, Butter und Obst. Über 32000 Ehrenamtliche verteilen die Lebensmittelspenden an mehr als 700000 bedürftige Menschen, wie der Bundesverband Deutsche Tafel e.V. mitteilt.

BERLIN - Vor 15 Jahren hatte sich die Initiativgruppe Berliner Frauen zu Aufgabe gemacht, den Wohnungslosen in der Hauptstadt zu helfen. Aus ihr ging die  Berliner Tafel hervorging, die am 22. Februar 1993 ihre Arbeit aufnahm.

„Wir werden das Jubiläumsjahr zum Anlass nehmen, mit allen unseren Mitteln auf die wichtige Arbeit der Tafeln aufmerksam zu machen. Und auf das, wofür sie stehen: eine erschreckend große Zahl armer Menschen in einem wohlhabenden Industrieland. Aber auch für ein bemerkenswertes bürgerschaftliches Engagement von Bürgerinnen und Bürgern aller gesellschaftlichen Gruppen sowie kleiner wie großer Unternehmen“, sagt Gerd Häuser, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Deutsche Tafel e.V.

Ihren Ursprung hat die Idee in den USA. „City Harvest“ heißt dort die Organisation, die zum Vorbild für die Initiativgruppe Berliner Frauen e.V.

wurde, aus der die Berliner Tafel  hervorging. Die Vereinigung hatte es sich nach einem Vortrag der damaligen Sozialsenatorin Ingrid Stahmer über ‚Obdachlosigkeit in Berlin’ zum Ziel gesetzt, den Wohnungslosen in der Hauptstadt zu helfen. Das Konzept der New Yorker City Harvest schien ihnen hierfür bestens geeignet.

Der Name „Tafel“ wurde sehr bewusst ausgewählt. „Wir wollten damit zum Ausdruck bringen, dass es bei unserer Arbeit um mehr ging und geht als Menschen satt zu machen“, erklärt Sabine Werth, eine der Gründerinnen der Berliner Tafel und bis heute deren Vorsitzende. „Es ging uns von Anfang an um gesellschaftliche Teilhabe. Wir wollten denen, die es sich nicht leisten können, eine Tafel decken und damit dazu beitragen, dass sich alle für ihre weniger begüterten Mitmenschen ihrer Stadt einsetzen. Mehr als 20 Prozent der Tafel-Kunden sind Kinder.

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