Rettungsdienst

Falck hat Ärger um Mitarbeitervergütung

Dem dänischen Rettungsdienst-Konzern Falck steht mit der Übernahme des Rettungsdienstes im Landkreis-Spree-Neiße Ärger um die Vergütung der Mitarbeiter ins Haus. Der Streit zwischen Falck, dem bisherigen Rettungsdienstleister DRK sowie der Gewerkschaft Verdi entzündet sich an der Frage, ob die Mitarbeiter ihre im Oktober ausgehandelte Tariferhöhung mit zu Falck nehmen dürfen.

HAMM/FORST - Falck befürchtet durch die Tariferhöhung Mehrkosten in Höhe von rund 25 Prozent. Ab Januar wird die Falck-Tochter Herzig 49 Mitarbeiter übernehmen, die bislang noch in Diensten der DRK Rettungsdienst Spremberg gGmbH angestellt sind – einer Tochter des DRK-Kreisverbandes Cottbus-Spree-Neiße-West.  Auch Sicht von Falck-Geschäftsführer Klaus Runggaldier ist völlig unverständlich, dass die DRK-Veranwortlichen so kurz vor Toresschluss noch eine Tariferhöhung zugelassen haben – ohne Rücksprache mit Herzig und dazu noch „branchenunüblich“, so Runggaldier.

Zweifel an der Refinanzierbarkeit

Er bezweifelt, dass die Krankenkassen die Tariferhöhung refinanzieren werden und zweifelt daher die Rechtmäßigkeit des Vertrages an. „Selbst wenn die Kassen wollten, dürften sie eine derartige Kostensteigerung nach dem im fünften Sozialgesetzbuch verankerten Wirtschaftlichkeitsgebot gar nicht bezahlen“, poltert der Geschäftsführer. Falck will die Mitarbeiter daher mit neuen Arbeitsverträgen ausstatten.

Verdi pocht auf Betriebsübergangs-Regeln

Verdi hält dagegen. Um durchschnittlich 600 Euro würden die Mitarbeiter monatlich geprellt, wenn sie den von Falck angebotenen Vertrag unterschrieben, so die Gewerkschaft, zudem würden sie unter „wesentlich schlechteren Arbeitsbedingungen weiterbeschäftigt.“ Verdi drängt darauf, dass die Oktober erzielte Tarifvereinbarung bestehen bleibt – schließlich handele es sich um einen Betriebsübergang, wie er im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt ist. Somit hätten die Rettungsdienstler ab dem Tag, an dem sie die neuen Jacken überstreiften, das Recht, ein Jahr lang zu denselben Konditionen weiterzuarbeiten.

Gelassenheit beim Kreis

Gelassen gibt sich hingegen der Kreis, welcher die Herzig-Tochter Falck als Ausschreibungssiegerin mit dem Rettungsdienst betraut hat. „Auf Tarifverhandlungen und deren Ergebnisse hat der Landkreis keinen Einfluss“, lässt Landrat Harald Altekrüger in einer offizielle Stellungnahme verlautbaren, „wir gehen nach wie vor davon aus, dass beide Seiten die Übernahme des Rettungsdienstpersonals einvernehmlich in ihrer Verantwortung regeln.“

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