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Aktualisiert am 03.07.2020 - 14:02

„Jugendpsychiatrie braucht eine höhere Bettenpauschale“

Geschäftsführerin Rümmelin © KKVD/ Kirsten Breustedt

Der Bundesrat sollte Zahlungen für leere Betten in Krankenhäusern während der Covid-19-Pandemie über den September hinaus verlängern, fordert KKVD-Chefin Bernadette Rümmelin. Sie sieht noch weitere Stellschrauben.

  • Zahlungen für leere Betten an Krankenhäuser sollten über den September hinaus laufen, fordert der KKVD.

  • Die Pauschale für Betten der Kinder-und Jugendpsychiatrie von 280 Euro decke zudem nicht die Vorhaltekosten.

  • Höhe der Pauschalen sei kein Anhalt, um in der Strukturdebatte über die Relevanz eines Krankenhauses zu entscheiden.

Die Zahlungen für leere Betten in Krankenhäusern sollten über den 30. September hinaus weitergehen, fordert der Katholische Krankenhausverband (KKVD). „Auch sollten die Pauschalen für die Kinder- und Jugendpsychiatrie nachgebessert werden“, sagt die Geschäftsführerin Bernadette Rümmelin. Die Kinder- und Jugendpsychiatrie habe höhere Personal- als Sachkosten, da sie sehr betreuungsintensiv sei. Die derzeitige Pauschale von 280 Euro pro Bett decke die Vorhaltekosten nicht ab.

Niedrige Pauschalen für Geburts- und Geriatriestationen

Krankenhäuser, die in der Verordnung mit einer niedrigen Pauschale gelisteten sind, seien zudem nicht weniger relevant für die Patientenversorgung. Die Höhe der Zahlungen sei kein Anhalt, welche  Krankenhäuser künftig nicht gebraucht würden. Solche Aussagen seien polemisch und praxisfern. „In die Sparte der niedrigen  Pauschalen fallen insbesondere Krankenhäuser, die beispielsweise viele Geburten oder einen Schwerpunkt in der geriatrischen Behandlung und Versorgung alter Menschen haben“, erläutert Rümmelin.

Bundesrat stimmt über Verlängerung ab

Anlass der Forderung ist die Abstimmung des Bundesrats über die Anpassungsverordnung der Corona-Ausgleichszahlungen für Krankenhäuser. Die Verordnung regelt die Finanzierung der wegen der Pandemie vorgehaltenen Betten neu. Vier Kategorien weisen den Krankenhäusern Pauschalen zwischen 360 und 760 Euro pro Bett zu. Die durchschnittliche Verweildauer der 2019 behandelten Patienten sowie der Case Mix Index (CMI) bilden die Berechnungsgrundlage für die Pauschale. Der CMI gibt die Schwere der Behandlungsfälle im Jahresdurchschnitt wieder und zieht dafür hauptsächlich die Sachkosten der Behandlung heran.

Der KKVD ist eine Interessenvertretung mit rund 400 Mitgliedseinrichtungen. In den Krankenhäusern abreiten etwa 200.000 Beschäftigte, die sich jährlich um fünf Millionen Patienten kümmern. ct

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