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Kontaktbeschränkungen
Aktualisiert am 29.06.2020 - 15:53

„Die Landesregierung gefährdet Menschenleben“

Vorstand Timmermann © Caritas Gütersloh

Pflegeheime in Gütersloh sollen Kontaktbeschränkungen nicht lockern, warnt Matthias Timmermann. Das Risiko sei zu groß.

  • Die Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtsverbände im Kreis Gütersloh warnt vor Lockerungen der Kontaktbeschränkungen in Alten- und Pflegeheimen.

  • Tausende Mitarbeitende des Fleischproduzenten Tönnies hatten sich i mit Sars-Cov-2 angesteckt, von denen viele in der Nähe eines Pflegeheims der Caritas wohnen.

  • Virus könne unbemerkt in Einrichtungen gelangen.

Die Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtsverbände im Kreis Gütersloh warnt davor, Kontaktbeschränkungen in Pflegeheimen wie geplant zu lockern. Gegen die Öffnung wehren sich die Unterzeichner in einem offenen Brief an die Landesreigerung Nordrhein-Westfalen. Obwohl sich 7000 Menschen in Quarantäne befänden, wolle die nordrhein-westfälische Landesregierung die Lockerungen dursetzen, heißt es dort. „Das ist nicht nur paradox, sondern unverantwortlich und gefährdet Menschenleben“, sagt der Vorstand der Caritas im Kreis Gütersloh Matthias Timmermann.

Pflegeheim gefährdet

Betroffen sei unter anderem das Caritas Haus St. Anna, das knapp zwei Kilometer vom Ortsteil Verl-Sürenheide liegt. Dort sperrte die Polizei eine Siedlung ab, in der viele an Covid-19 erkrankte Tönnies-Mitarbeitende leben. „Wir können es nicht verstehen, dass Menschen aus dem Kreis Gütersloh nur unter strengsten Auflagen ihren Urlaub antreten können und an anderer Stelle getan wird, als sei nichts geschehen“, kritisiert Timmermann.

Lockerung kurzfristig verfügt

Die Arbeitsgemeinschaft fühle sich schlecht informiert. Nach wochenlangem Schweigen habe das Gesundheitsministerium am Mittwoch vergangener Woche verfügt, dass die Lockerungen in Pflegeheimen auch im Kreis Gütersloh umzusetzen seien. Demnach sollen ab 1. Juli Besuche auf dem Zimmer, körperlicher Kontakt und Ausflüge in Restaurants oder Cafés für Bewohner von Pflegeheimen gestattet sein. So könne sehr leicht das Virus in Pflegeeinrichtungen gelangen, fürchtet Timmermann.

Die Caritas Paderborn umfasst rund 220 selbstständige Träger, darunter die Caritas im Kreis Gütersloh. Unter dem Dach der Caritas Paderborn beschäftigen rund 1728 Dienste und Einrichtungen etwa 57.000 Mitarbeitende in den Bereichen Gesundheit, Altenhilfe, Hilfe für Menschen mit Behinderung sowie Familien- und Jugendhilfe. ct

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