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Ganztagsbetreuung
Aktualisiert am 21.11.2019 - 14:09

„Zwei Milliarden Euro reichen nicht“

Volkssolidaritätspräsident Friedersdorff © Thomas Rafalzyk

Die Einführung eines Sondervermögens für die Ganztagsbetreuung von Grundschülern sei ein guter Schritt, sagt Wolfram Friedersdorff, Präsident der Volkssolidarität. Aber vor allem in einem Bereich brauche es mehr.

  • Ausbildungsstätten und Auszubildende bräuchten deutlich mehr Geld, fordert Volkssolidaritäts-Präsident Wolfram Friedersdorff.
  • Ein Sondervermögen für die Ganztagsbetreuung sei jedoch ein guter Schritt.
  • Vor allem für Mütter entlaste ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung.

Die Volkssolidarität begrüßt, dass die Bundesregierung ein Sondervermögen für den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung von Grundschülern schafft. Es brauche aber noch deutlich mehr als die zwei Milliarden, um die Ganztagsbetreuung bis 2025 personell und räumlich umzusetzen, sagt Wolfram Friedersdorff, Präsident der Volkssolidarität. So bedürfe es dringender Investitionen in Ausbildungsstätten und eine garantierte Ausbildungsvergütung für die Berufsgruppen. Die Gelder müssten außerdem auch unbürokratisch und rechtzeitig bei den freien Trägern ankommen.

Familie und Beruf besser vereinbaren

Die Einführung des Ganztagsanspruches sei ein wichtiger Schritt für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sagt Friedersdorff. Insbesondere Mütter würde die Nachmittagsbetreuung entlasten. Bisher müssten oftmals Mütter ihren Beruf aufgeben oder in Teilzeit arbeiten um die Kinder zu betreuen. „Dieser Zustand ist sowohl volkswirtschaftlich als auch frauen- und familienpolitisch untragbar“, sagt der Volkssolidaritätspräsident.

Westen hat Nachholbedarf

Das Bundeskabinett hatte zuvor beschlossen ein Sondervermögen von zwei Milliarden Euro zu errichten. Die Gelder sollen die Bundesländer beim Ausbau der Ganztagsbetreuung unterstützen. Ab 2025 haben Kinder im Grundschulalter einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung. Die Volkssolidarität sieht dabei eine Herausforderung in der Verbreitung von Nachmittagsbetreuung. So seien in Ostdeutschland zwischen 67 bis 86 Prozent der Kinder in Horten. Der höchste Wert in den alten Bundesländern liege in Bayern bei 18,7 Prozent. rv

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