Ganztagsbetreuung

„Zwei Milliarden Euro reichen nicht“

Die Einführung eines Sondervermögens für die Ganztagsbetreuung von Grundschülern sei ein guter Schritt, sagt Wolfram Friedersdorff, Präsident der Volkssolidarität. Aber vor allem in einem Bereich brauche es mehr.

Volkssolidaritätspräsident Friedersdorff © Thomas Rafalzyk

  • Ausbildungsstätten und Auszubildende bräuchten deutlich mehr Geld, fordert Volkssolidaritäts-Präsident Wolfram Friedersdorff.
  • Ein Sondervermögen für die Ganztagsbetreuung sei jedoch ein guter Schritt.
  • Vor allem für Mütter entlaste ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung.

Die Volkssolidarität begrüßt, dass die Bundesregierung ein Sondervermögen für den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung von Grundschülern schafft. Es brauche aber noch deutlich mehr als die zwei Milliarden, um die Ganztagsbetreuung bis 2025 personell und räumlich umzusetzen, sagt Wolfram Friedersdorff, Präsident der Volkssolidarität. So bedürfe es dringender Investitionen in Ausbildungsstätten und eine garantierte Ausbildungsvergütung für die Berufsgruppen. Die Gelder müssten außerdem auch unbürokratisch und rechtzeitig bei den freien Trägern ankommen.

Familie und Beruf besser vereinbaren

Die Einführung des Ganztagsanspruches sei ein wichtiger Schritt für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sagt Friedersdorff. Insbesondere Mütter würde die Nachmittagsbetreuung entlasten. Bisher müssten oftmals Mütter ihren Beruf aufgeben oder in Teilzeit arbeiten um die Kinder zu betreuen. „Dieser Zustand ist sowohl volkswirtschaftlich als auch frauen- und familienpolitisch untragbar“, sagt der Volkssolidaritätspräsident.

Westen hat Nachholbedarf

Das Bundeskabinett hatte zuvor beschlossen ein Sondervermögen von zwei Milliarden Euro zu errichten. Die Gelder sollen die Bundesländer beim Ausbau der Ganztagsbetreuung unterstützen. Ab 2025 haben Kinder im Grundschulalter einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung. Die Volkssolidarität sieht dabei eine Herausforderung in der Verbreitung von Nachmittagsbetreuung. So seien in Ostdeutschland zwischen 67 bis 86 Prozent der Kinder in Horten. Der höchste Wert in den alten Bundesländern liege in Bayern bei 18,7 Prozent. rv

zurück | drucken

Artikel weiterempfehlen

Frage des Monats

Gegen die AWO in Frankfurt und Wiesbaden laufen weitreichende Ermittlungen wegen Vetternwirtschaft, unangemessenen Gehältern und mangelnder Kontrolle. Was meinen Sie: Ist das Geschäftsgebaren der AWO-Kreisverbände typisch für die Branche oder die Ausnahme?

Typisch

Ausnahme

Keine Meinung


Ergebnisse

Die aktuelle Ausgabe

Titelthema: Strategie wechseln

Wie Sozialunternehmen den Schwung neuer Trends und Entwicklungen nutzen

weiter

Leider falsch - wir korrigieren

Alle Menschen machen Fehler – bei Journalisten sind sie leider gleich gedruckt. Manchmal rutscht uns eine missglückte Formulierung durch, manchmal eine falsche Zahl. Das tut uns leid. Hier finden Sie die Korrekturen.

Probleme auf der Webseite?

Falsche Darstellung, fehlerhafter Link, fehlende Funktion? Bitte melden Sie Probleme mit der Webseite unserem Administrator. Herzlichen Dank für Ihre Mithilfe! Fehler melden

 

Unser Wohlfahrt Intern E-Paper

Lesen Sie Wohlfahrt Intern jetzt auch als E-Paper

E-Paper hier öffnen

Seite weiterempfehlen