Jugendhilfereform

Volkssolidarität fordert mehr Geld für präventive Sozialarbeit an Kitas

Präventive Arbeit an Kitas und Schulen muss besser finanziert werden, fordert Sophie Koch, Referentin für Jugendpolitik der Volkssolidarität. Zu Lasten eines anderen Bereichs dürfe der Ausbau der Prävention aber nicht gehen.

Referentin Koch © Judith Neumeister

  • In den Reformplänen zur Jugendhilfe ist von einem Ausbau präventiver Sozialarbeit neben den Hilfen zur Erziehung die Rede.

  • Der Ausbau dürfe jedoch nicht zu Lasten der Hilfen zur Erziehung gehen, fordert die Volkssolidarität.

  • Präventive Sozialarbeit brauche insgesamt eine bessere Finanzierung.

Die geplanten niedrigschwelligen Angebote präventiver Arbeit in Kitas und Schulen dürfen nicht zu Lasten der Finanzierung der Hilfen zur Erziehung gehen. Das hat die Volkssolidarität im Dialogprozess zur Reform des achten Sozialgesetzbuchs (SGB VIII) in einer Stellungnahme gefordert. Es bestehe die Gefahr, dass damit Kosten gespart werden sollen, warnt Sophie Koch, Referentin für Kinder-, Jugend- und Familienpolitik der Volkssolidarität. „Beide Strukturen sind sinnvoll, wichtig und bauen auf einander auf, keine von beiden jedoch macht die andere überflüssig oder weniger notwendig“, so Koch.

Differenzierung kann problematisch sein

Der Rechtsanspruch auf Hilfen zur Erziehung dürfe nicht aufgeweicht werden. Eine Differenzierung in einfache Leistungen in Schulen und Kitas sowie höherwertige Leistungen aus den Hilfen zur Erziehung könnten problematisch sein.

Sozialarbeit habe prozessualen Charakter. So könnten die unterschiedlichen Leistungen unterschiedliche Ansprechpartner für Betroffene mit sich bringen. Das sei jedoch kontraproduktiv. „Eine Bezugsperson kann oft mehr erwirken, wenn bereits eine vertrauensvolle Beziehung aufgebaut werden konnte“, so die Referentin weiter.

Präventive Arbeit an Kitas und Schulen sei trotzdem sinnvoll und sollte strukturell und personell besser finanziert werden, fordert Koch. Kitas seien für Prävention ein guter Ort, da diese besonders in Ostdeutschland intensiv genutzt würden. Nachholbedarf gebe es dagegen bei der Zusammenarbeit zwischen den Einrichtungen in präventiven Netzwerken. Verantwortliche würden nicht klar benannt und oftmals wüssten sie nicht welche Aufgaben und Verantwortungen sie genau hätten.

Projektfinanzierung verhindert langfristige Planung

Außerdem kritisierte Koch die begrenzte Finanzierung von Hilfsangeboten. Die Fördermittel müssten immer neu beantragt werden. Daher sei es kaum möglich langfristig und vorausschauend zu planen. „Das hat Einfluss auf die Wirksamkeit der Prävention im Sozialraum“, sagt Koch. rv

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