Bildungspaket

Paritätischer fordert alternativen Rechtsanspruch

Als „komplett gescheitert“ kritisiert der Paritätische Wohlfahrtsverband das Bildungspaket für benachteiligte Kinder und Jugendliche – und fordert stattdessen einen einklagbaren Rechtsanspruch auf Angebote der Jugendarbeit. Zwei Jahre nach Einführung würde mit dem Bildungspaket nur ein geringer Teil der Betroffenen erreicht, wie eine aktuelle Umfrage des NDR zeige, so der Verband.

BERLIN - Die Ergebnisse einer eigenen bundesweiten Praxisbefragung des Paritätischen belegten zudem, dass sich vielerorts die Angebotsstruktur für junge Menschen sogar verschlechtert habe. Der Verband spricht sich für die Einführung eines einklagbaren Rechtsanspruchs für alle Kinder auf Angebote der Jugendarbeit anstelle des Bildungs- und Teilhabepaketes aus.

Bildungspaket zementiert bestehende Verhältnisse

Das Bildungspaket habe aus Praxissicht keinerlei positive Auswirkungen auf die Weiterentwicklung der Bildungs- und Teilhabeangebote vor Ort, so der Wohlfahrtsverband. Vielmehr würden bestehende Verhältnisse der sozialen Angebotslandschaft und damit auch das Auseinanderklaffen zwischen armen und reichen Stadtteilen und Regionen noch zementiert. Bereits vorher bestehende Angebote seien ersetzt, dabei häufig aber sogar verschlechtert worden, da Verfahren bürokratischer und die Hürden für die Inanspruchnahme höher geworden seien.

Gutscheine entpuppen sich als „Luftnummer“

Angesichts dieser Verhältnisse findet Paritäter-Geschäftsführer Werner Hesse harsche Worte. „Die Regelungen sind und bleiben ein bürokratischer Murks, der an der Lebensrealität Heranwachsender ebenso vorbeigeht wie an den Strukturen vor Ort. Das Bildungs- und Teilhabepaket kommt bei den Kindern nicht an und ist in seiner bisherigen Form nicht zu retten“, so Hesse. Besonders die Musik- und Sportgutscheine entpuppten sich als „reine Luftnummer“ und liefen vor Ort ins Leere“, so der Geschäftsführer.

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