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Kinder- und Jugendhilfereform
Aktualisiert am 19.09.2019 - 12:14

Es braucht einheitliche Leistungen aus der Jugend- und Eingliederungshilfe

Oskar Schenck mit Ministerin Giffey © BMFSFJ

Die Fachverbände für Menschen mit Behinderung fordern, die Trennung zwischen Jugend- und Eingliederungshilfe aufzuheben. Während eines Besuchs bei Bundesfamilienministerin Franziska Giffey konkretisierten sie ihre Forderung.

  • Die Unterscheidung in Jugend- und Eingliederungshilfe soll laut den Fachverbänden für Menschen mit Behinderung abgeschafft werden.
  • Aktuell würden Hilfen verspätet oder unzureichend ankommen.
  • Die Verbände fordern ein einheitliches Leistungssystem.

Die Fachverbände für Menschen mit Behinderung fordern ein inklusives Kinder- und Jugendhilferecht. Die künstlich aufrechterhaltene Trennung zwischen ‚Jugendhilfe-Kindern’ und ‚Eingliederungshilfe-Kindern’ solle abgeschafft werden. Durch die entstehenden Streitigkeiten bei den Zuständigkeiten würden viele Kinder- und Jugendliche zwischen den Behörden hin- und hergeschoben. Die Familien erhielten dadurch verspätet oder unzureichend Hilfen.  

Bestehende Leistungen sollen erhalten bleiben

Momentan würden junge Menschen mit seelischer Behinderung in die Zuständigkeit des Jugendamts fallen und Jugendliche mit körperlichen und geistigen Behinderungen in die Eingliederungshilfe. Diese Ungleichbehandlung sei laut den Fachverbänden nicht mehr zu rechtfertigen. Die Verbände fordern daher ein einheitliches Leistungssystem der Kinder- und Jugendhilfe. Demnach erhielten alle Kinder und Jugendlichen mit und ohne Behinderungen eine einheitliche gesetzliche Grundlage für Hilfen im achten Sozialgesetzbuch (SGB VIII). Die bestehenden Leistungen müssten erhalten bleiben und verlässliche Rahmenbedingungen für alle Beteiligten geschaffen werden.

Betroffene treffen Ministerin

Hintergrund ist eine Sitzung der Arbeitsgruppe zum Reformprozess des SGB VIII. Dort bringen sich die Fachverbände und die Fachöffentlichkeit unter dem Thema ‚SGB VIII: Mitreden – Mitgestalten’ mit ein. In Vorbereitung darauf hatten sich betroffene Kinder und Jugendliche und die Fachverbände mit der Bundesministerin Franziska Giffey im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend getroffen.

Die Fachverbände für Menschen mit Behinderung repräsentieren nach eigenen Aussagen 90 Prozent der Dienste und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen in Deutschland. Mitglieder sind der Bundesverband evangelischer Behindertenhilfe, der Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen, die Lebenshilfe, die Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie und der Bundesverband anthroposophisches Sozialwesen. rv

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