Ledige Väter

Diakonie gegen Sorgerecht im Schnellverfahren

Die Diakonie fordert das geplante Schnellverfahren bei Sorgerechtsstreitigkeiten bei nicht verheirateten Eltern fallen zu lassen. Leidtragende wären dabei die Kinder, befürchtet der evangelische Wohlfahrtsverband.

BERLIN - Das vom Bundestag beschlossene neue Gesetz soll ledigen Vätern in Sachen Sorgerecht einfacher zu ihrem Recht verhelfen. Können sich nicht miteinander verheiratete Eltern nicht auf das gemeinsame Sorgerecht verständigen, kann der Vater bei Gericht beantragen, an diesem beteiligt zu werden. Innerhalb von sechs Wochen muss die Mutter schriftlich darlegen, wieso die gemeinsame elterliche Sorge dem Kindeswohl widerspricht. Bringt die Mutter keine überzeugende Begründung zu Papier oder verpasst sie die Frist, entscheidet das Gericht allein aufgrund der Aktenlage.

Kinder sind die Leidtragenden

„Der Gesetzgeber muss hier dringend nachbessern, sonst werden die Kinder die Leidtragenden dieser Gesetzesreform sein", erklärt Maria Loheide, sozialpolitischer Vorstand des evangelischen Verbandes.

Nicht ohne Anhörung entscheiden

„Eine so wichtige Entscheidung allein nach Aktenlage zu treffen ohne die Eltern vor Gericht anzuhören, wird dem Ernst der Sache nicht gerecht", sagt Maria Loheide, „gerade um der Kinder willen muss es in Streitfällen um das Sorgerecht eine sorgfältige Einzelfallprüfung vor dem Gericht geben", so Loheide.

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