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Jugendhilfereform
Aktualisiert am 04.07.2019 - 13:28

Daten für Kinder und Jugendliche mit Behinderung fehlen

Geschäftsführer Hinz © CBP

Eine Studie zu den Bedarfen von Kindern und Jugendlichen erhebt keine Daten zu Menschen mit Behinderungen. Damit werde eine Gelegenheit verpasst, sagt Thorsten Hinz, Geschäftsführer der Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie.

  • Eine Studie der Bertelsmann Stiftung hat Bedarfe von Kindern und Jugendlichen erfasst.
  • Förderschüler haben die Forscher jedoch nicht befragt.
  • Diese Daten wären für die Reform der Kinder- und Jugendhilfe wichtig, kritisiert die Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie.

Die Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie (CBP) kritisiert eine Studie der Bertelsmann Stiftung und der Goethe-Universität Frankfurt. Obwohl die Studie zu den Bedarfen von Kindern und Jugendlichen in Deutschland repräsentativ sein, berücksichtige sie lediglich Regelschulen. Kinder und Jugendliche in Förderschulen seien nicht befragt worden. Die Daten ließen außerdem keinerlei Rückschlüsse auf Behinderungen oder psychische Erkrankungen zu. „Dabei werden solche Daten dringend auch für die geplante Reform der Kinder- und Jugendhilfe benötigt“, sagt Thorsten Hinz, Geschäftsführer der CBP.

Behinderungen und psychische Erkrankungen nicht mitgedacht

Wäre diese Gruppe berücksichtigt worden, hätten sich daraus Rückschlüsse ergeben, welche positiven oder negativen Wirkungen eine inklusive Beschulung habe. Derzeit würden etwa 4,3 Prozent der Schülerinnen deutschlandweit eine Förderschule besuchen.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend führt zurzeit einen Dialogprozess für die Reform der Kinder- und Jugendhilfe durch. Daran ist auch der CBP beteiligt. Die Leistungen sollten künftig aus Sicht des Verbandes inklusiv ausgestaltet werden. Kinder mit Behinderungen sollten dieselben Leistungsanspräche haben wie Kinder ohne Behinderungen. rv

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