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Unicef-Studie
Aktualisiert am 15.04.2013 - 09:16

AWO will Bildungsinstitutionen stärken

Die aktuelle ‚Studie zur Lage der Kinder in Industrieländern 2013‘ der Unicef nimmt AWO-Chef Wolfgang Stadler zum Anlass, für eine Stärkung der Bildungsinstitutionen zu werben. „In Deutschland hängt der Bildungserfolg zu sehr vom Elternhaus ab. Dieser Trend hat sich nicht nur verfestigt, sondern verstärkt“, so der Bundesvorsitzende des Verbandes.

BERLIN - Mittels einer groß angelegten Vergleichsstudie hat die Unicef das Lebensumfeld von Kindern in insgesamt 29 Industrienationen analysisiert. Auch wenn Deutschland im internationalen Vergleich einen guten sechsten Rang belege, seien viele Aspekte in der Kinder- und Jugendpolitik verbesserungswürdig, so die AWO zu den Ergebnissen des Berichts. In Deutschland verharre seit Jahren die Zahl junger Menschen von 19-29 Jahren ohne anerkannte Berufsausbildung bei 1,5 Millionen.

Schulsystem fördert Zukunftsängste

Der Grund für diese Misere liege im Schulsystem. Ein Hauptschulabschluss ermögliche kaum noch Zugang zu einer anerkannten Berufsausbildung, so die AWO. Der Druck auf Kinder und Jugendliche, einen möglichst guten Schulabschluss zu erhalten, führe zu dem Empfinden des Einzelnen, dass Anerkennung nur durch schulische Leistungen erreicht werden könne. „Zukunftsängste sind die Folge“, fürchtet Stadler.

Kinderarmut nach wie vor ungelöstes Problem

Ein weiteres nach wie vor ungelöstes gesellschaftliches Problem sei die Kinderarmut, kritisiert der arbeitnehmernahe Wohlfahrtsverband. „Wir brauchen eine an den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen orientierte Förderung sowohl in der Schule, als auch in der  Kinder- und Jugendarbeit“, fordert Stadler. Daneben müssten die wirtschaftlich schwachen Familien materiell besser ausgestattet, und durch kostenfreie Förderangebote für die Kinder unterstützt werden.

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