Inobhutnahme

AWO fordert mehr Unterstützung für leibliche Eltern

Immer mehr Kinder wachsen in Pflegefamilien oder Heimen auf. AWO-Chef Wolfgang Stadler fordert, etwas gegen den Trend zu unternehmen.

•    Eltern mit Kindern bräuchten mehr Beratungsangebote, damit sie die Betreuung wieder selbst übernehmen könnten

•    Unterbringung in Pflegefamilien und Heimgruppen solle durch mehr Supervision und Beratung professioneller werden

•    Für mehr Unterstützung brauche es deutlich mehr pädagogisches Fachpersonal


Aufgabe des Staates umfassender

Die Zahl der in Pflegefamilien lebenden Kinder und Jugendlichen befinde sich auf einem Rekordhoch, heißt es in einer Stellungnahme des AWO-Bundesverbandes. Von 2008 bis 2017 sei sie von 60.000 auf 80.000 gestiegen. Hinzu kämen 100.000 Kinder in der Obhut von Heimen.

„Kinder und Jugendlichen aus der Familie zu nehmen, ist zum Schutz des Kindes in vielen Fällen leider dringend notwendig“, sagt Wolfgang Stadler, Bundesvorsitzender der AWO. Die Aufgabe des Staates sei damit aber nicht erfüllt. „Vielmehr müssen die Eltern unterstützt und beraten werden, damit sie möglichst bald wieder in der Lage sind, ihren Betreuungsaufgaben nachkommen zu können“, fordert er.

Unterbringung professionalisieren

Hilfepläne sollten gemeinsam mit den Familien erarbeitet werden, heißt es in der Stellungnahme weiter. Die Bindung der Kinder und Jugendlichen zu Eltern und Pflegeeltern solle im Mittelpunkt stehen. Für die anstehende Modernisierung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes fordert der Verband zudem, die Unterbringung in Heimen und Pflegefamilien zu professionalisieren.

Für Beratung und Supervisionen sollte mehr pädagogisches Fachpersonal eingestellt werden. „Wenn man den Eltern der betroffenen Kinder so schnell wie möglich parallele Hilfsangebote anbietet, könnte die Unterbringung bei Pflegefamilien oder in Heimen deutlich verkürzt werden“, so Stadler. jh

Quelle: AWO Bundesverband

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