Bürokratie

Vorschriften-Flut bringt Einrichtungen in Gefahr

Die Caritas Niedersachsen kritisiert die zunehmende Flut von Vorschriften in der Behindertenhilfe. Die Bürokratie brächte Einrichtungen an ihre Grenzen.

  • Studie der Universität Vechta belegt steigende Bürokratiekosten in der Behindertenhilfe.

  • In Niedersachsen habe es zwischen 2010 und 2017 eine überproportionale Kostensteigerung außerhalb der Wohn- und Fachleistungen gegeben.

  • Caritas fordert eine Refinanzierung der gestiegenen Kosten, um Einrichtungen vor dem Aus zu schützen.

Die Caritas zitiert eine Studie der Universität Vechta, nach der die Kosten für die Verwaltung in der Behindertenhilfe außerverhältnismäßig gestiegen seien. Im Vergleich der beiden Jahre 2010 und 2017 habe es landesweit eine überproportionale Kostensteigerung bei Leistungen gegeben, die nicht zur Arbeit am Menschen mit Behinderung gehören, so Gerald Eisenkopf, Professor für Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Management sozialer Dienstleistungen an der Universität Vechta.

Einrichtungen müssen viele Beauftragte vorhalten

So bräuchten beispielsweise alle Häuser Beauftragte für Verkehrswegeschutz, Lagersicherheit, Brandschutz, Bauvorhaben, Fremdfirmen, elektrische Anlagen oder Spielplätze. Einige Verordnungen hält der Geschäftsführer des Andreaswerkes Vechta, Matthias Warnking, für besonders unsinnig. Etwa, dass Mitarbeiter dem Arbeitgeber zweimal jährlich ihren Führerschein vorlegen müssten. Das sei für sie demütigend. 

Caritas hält Vorschriften für teuer und unsinnig

Der bürokratische Aufwand sei vor allem jedoch aus finanzieller Sicht groß. Einrichtungen müssten daher die entstehenden materiellen und personellen Kosten ersetzt werden, fordert die Caritas Niedersachens. Ansonsten drohe gerade kleineren Einrichtungen das finanzielle Aus.

13 Einrichtungsträger der Behindertenhilfe aus Niedersachsen mit 3000 Mitarbeitenden und 10.000 Betreuten haben an der Studie teilgenommen. Zur Arbeitsgemeinschaft der Caritas-Behindertenhilfe in Niedersachsen gehören insgesamt 30 Träger mit 170 Einrichtungen und 5300 Mitarbeitenden. Rund 15.000 Plätze halten die Dienste für Menschen mit Behinderung bereit. ols

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