Inklusion

Menschenrechte haben keine Grenzen

Wohlfahrt Intern hat nach den Grenzen der Inklusion gefragt. Sigrid Arnade, Geschäftsführerin von Selbstbestimmt Leben, hat geantwortet – und wie.

ISL-Geschäftsführerin Arnade © Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben

Zum Thema Grenzen der Inklusion sollen wir uns äußern? Zu den Grenzen eines Menschenrechts, dessen Realisierung in Deutschland noch nicht einmal in den Kinderschuhen steckt? Schließlich sind wir Weltmeister der Exklusion. Wieso kommt da jemand auf die Idee, sich Gedanken über die Grenzen der Inklusion zu machen?

Frage zeugt von Realitätsverlust

Als vergleichbar fällt mir da eine Diskussion zu den Grenzen des Folterverbots auf Guantánamo ein oder die Veröffentlichung von Diätvorschlägen in einem Hungergebiet. Leidet die Redaktion unter Realitätsverlust, oder ist die Lobby der Inklusionsgegner so stark, dass der unverstellte Blick auf die Verhältnisse verloren gegangen ist? Unsinn wird bekanntlich durch ständiges Wiederholen nicht sinnvoller, bleibt aber bei dem einen oder der anderen doch hängen.

Wer verhindert Inklusion?

Wie kann es sein, dass im Jahr 10 nach In-Kraft-Treten der UN-Behindertenrechtskonvention nicht endlich nach konsequenten Umsetzungsstrategien gefragt wird, um Inklusion zu verwirklichen? Warum wird nach den Grenzen von etwas gefragt, was noch gar nicht begonnen wurde? Für mich ist die viel spannendere Frage, warum Inklusion verhindert wird. Welche Interessen stecken dahinter, wer hat etwas davon, die existierenden exkludierenden Strukturen aufrechtzuerhalten? Hier spielen sicherlich Faktoren wie Immobilienauslastung oder das Beharrungsvermögen von Strukturen und vieles mehr eine Rolle.

Betroffene müssen Alternativen kennen

Wie wäre es aber, die Betroffenen selbst zu fragen? Dazu müssten sie zwischen akzeptablen Alternativen wählen können. Diese müssten erst einmal geschaffen und von den Betroffenen getestet werden. Wie soll schließlich jemand, der nur ein Leben in Einrichtungen kennt, sich vorstellen, dass es auch anders gehen könnte?

Bis dahin könnte Wohlfahrt intern ja Debatten zu den Grenzen anderer Menschenrechte starten. Wie wäre es mit folgenden Themen:

  • Die Grenzen der Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit oder

  • Die Grenzen des Sklavereiverbots oder

  • Die Grenzen der Unverletzlichkeit der Menschenwürde.

Gespannt bin ich vor allem auf die Beiträge zum letzten Thema.

Die Autorin
Dr. Sigrid Arnade ist Geschäftsführerin der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e.V.
sarnade(at)isl-ev.de

Lesen Sie die anderen Beiträge zur Debatte in der aktuellen Ausgabe von Wohlfahrt Intern.

 

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