Kündigungen

LVR: Immer mehr Betriebe kündigen Behinderten

Die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise bedrohen zunehmend auch die Arbeitsplätze schwerbehinderter Menschen im Rheinland. Die Zahl der Anträge auf Zustimmung zur Kündigung beim Integrationsamt des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) ist gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr um 37 Prozent gestiegen.

KÖLN - So wurden von Januar bis Ende August 2009 insgesamt 2.821 Anträge gestellt; im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es nur 2051, teilte der LVR mit.

LVR-Sozialdezernentin Martina Hoffmann-Badache zufolge entspricht diese Entwicklung dem bundesweiten Trend. Bundesweit war die Zahl der Kündigungsanträge schwerbehinderter Beschäftigter bei den Integrationsämtern im 1. Quartal 2009 um 29 Prozent gestiegen. Die Kündigung eines schwerbehinderten Menschen bedarf der Zustimmung des Integrationsamtes.

Um Unternehmen zu unterstützen, die trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten die Arbeitsplätze ihrer schwerbehinderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten wollen, hat das LVR-Integrationsamt ein spezielles Förderpaket aufgelegt. So sind Förderbestimmungen ausgeweitet und Höchstbeträge angehoben worden. Wenn durch die Versetzung eines Beschäftigten mit Handicap auf einen anderen Arbeitsplatz dessen Kündigung verhindert wird, kann dies wie bei einer Neueinstellung gefördert und mit Investitionskostenzuschüssen unterstützt werden. Investitionskostenzuschüsse können zudem durch zinslose Darlehen flankiert werden. Laufende Leistungen, wie etwa Lohnzuschüsse, können auch bei Kurzarbeit ungekürzt weiter gezahlt werden.

In 2008 gingen beim LVR-Integrationsamt insgesamt knapp 3.300 Anträge auf Kündigung schwerbehinderter Beschäftigter ein; für 2009 wird derzeit mit rund 4.300 Anträgen gerechnet.

Von der Krise betroffen sind vor allem produzierende und exportabhängige Unternehmen. Massive Umsatzrückgänge verzeichnen der Metall- und Maschinenbau, die Autoindustrie sowie die Zuliefer- oder Dienstleistungsunternehmen.

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