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Corona
Aktualisiert am 18.03.2020 - 13:17

Lebenshilfe fordert Schließung aller Werkstätten

Die Lebenshilfe NRW sieht die Betreuung für Menschen mit Behinderung in Werkstätten als Gefahr an. Die Einrichtungen könnten als Katalysator funktionieren.

  • Werkstätten für Menschen mit Behinderung sollten nach Ansicht der Lebenshilfe Nordrhein-Westfalen schließen.
  • Beschäftigte könnten das Virus in ihre Wohnstätten oder Familien schleppen.
  • Das Landesministerium hat zuvor die Betreuung lediglich eingeschränkt.

Die Lebenshilfe Nordrhein-Westfalen sieht den weiteren Betrieb von Werkstätten für Menschen mit Behinderung (WfbM) als Gefahr. Die Beschäftigten in den Werkstätten könnten das Coronavirus in die Wohneinrichtungen und Familien bringen. Menschen mit Behinderungen würden zur Risikogruppe gehören und könnten Hygienevorgaben nur schwer einhalten.

Eltern von Menschen mit Behinderung ebenfalls gefährdet

Das Personal in den Werkstätten, in Wohnstätten und Angehörige könnten dadurch infiziert werden. Viele erwachsene Menschen mit Behinderung leben bei ihren Eltern, so der Verband. Diese seien teils über 70 Jahre alt und ebenfalls gefährdet. Auch würden viele Menschen mit Behinderung mit Taxen, den öffentlichen Nahverkehr oder Fahrdiensten zu den WfbM gefahren. Auch das sei ein Risiko für andere Menschen.

Ministerium schränkt Betreuung ein.

Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales in Nordrhein-Westfalen hatte zuvor zwar eine Einschränkung der Betreuung in Werkstätten erlassen. Dennoch sollten Menschen mit Behinderungen, die Leistungen zur Teilhabe erhalten, weiter dort betreut werden. Das könne jedoch auch in Kooperation mit anderen Trägern wie Wohnheimen geschehen.

Die Lebenshilfe Nordrhein-Westfalen hat 76 Orts- und Kreisverbände. Der Landesverband hat vier Tochtergesellschaften mit denen sie ambulante und stationäre Wohnangebote für Menschen mit Behinderungen anbietet. rv

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