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Pränataltests
Aktualisiert am 19.09.2019 - 15:55

Kassenzulassung diskriminiert Menschen mit Behinderung

Die Kassenzulassung von Pränataltests widerspreche der UN-Behindertenrechtskonvention. Der Verband ‚Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie‘ sieht in dieser Entscheidung Konfliktpotenzial.

  • Behindertenverband der Caritas kritisiert die Zulassung von Pränataltests.
  • Test werde in 70 Prozent der Schwangerschaften zum Einsatz kommen.
  • Menschen mit Handicap fühlen sich nicht erwünscht.

Der Verband ‚Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie‘ (CBP) kritisiert den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) für die Entscheidung Pränataltests zuzulassen. Mit diesen Tests würden künftig mehr Schwangerschaften, die Auffälligkeiten aufweisen, abgebrochen werden. Das werde auf mehr als 70 Prozent der Fälle zutreffen, auch wenn der Test nur bei Risikoschwangerschaften zum Einsatz kommen soll.

Diskriminierung von Menschen mit Behinderung wachse

Die Zulassung des Pränataltests als Kassenleistung diskriminiere die Menschen mit Behinderung weiter. „Viele Menschen mit Behinderung empfinden die Aufnahme der Bluttests in die kassenärztlichen Leistungen als Hinweis darauf, dass sie in unserer Gesellschaft zunehmend nicht mehr erwünscht sind“, kritisiert Johannes Magin, Vorsitzender des CBP.

Der CBP ist ein Fachverband im Deutschen Caritasverband. Er hat eigenen Angaben zufolge mehr als 1100 Mitgliedseinrichtungen und Dienste, deren 94.000 Beschäftigte gut 200.000 Menschen mit Behinderung oder mit psychischer Erkrankung betreuen. ols

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