UN-Behindertenrechtskonvention

Diakonie bemängelt Stand der Inklusion

Eine inklusive Gesellschaft habe Deutschland noch lange nicht, kritisiert Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland. Die neuen Regeln seien zu kompliziert, Nachholbedarf bestünde in der Jugendhilfe.

Vorständin Loheide © Diakonie Deutschland

BERLIN – "Nach wie vor fehlen beherzte und konsequente Maßnahmen, um Teilhabe an Arbeit und Bildung für alle Menschen sicher zu stellen“, sagt Loheide. Auch bei der Mobilität und bei den Möglichkeiten des barrierefreien, selbstständigen Wohnens bestünden Defizite. Außerdem dürften komplizierte Gesetze und Regelungen nicht zusätzliche Barrieren schaffen.

Ausbildung für Menschen mit Behinderung nicht selbstverständlich

Die Vorständin fordert, dass die vom Bundesteilhabegesetz geschaffenen Beratungsstellen für Menschen mit Behinderung gut erreichbar sind und dauerhaft abgesichert werden. „Das Bundesteilhabegesetz muss sich daran messen lassen, dass das selbstbestimmte Leben und die gleichberechtigte Teilhabe für Menschen mit Behinderung verbessert wird“, so Loheide. Ein großer Nachholbedarf bestünde in Schule und Ausbildung. Es sei nach wie vor nicht selbstverständlich, dass Menschen mit Behinderung eine Ausbildung machen und auch mit einer Hör-, Seh- oder Gehbehinderung problemlos überall teilhaben können.

Verschiedene Systeme behindern Inklusion

Probleme sieht Loheide zudem bei der Inklusion in der Kinder- und Jugendhilfe. Die nach wie vor stockende Umsetzung sei eine große Enttäuschung. Die unterschiedlichen Zuständigkeiten und gesetzlichen Regelungen für Kinder mit und ohne Behinderung seien für die schwierige Situation von Familien mit verantwortlich. Eltern wünschten sich eine inklusive Erziehung und Förderung für ihre Kinder. „Das Zusammenspiel der verschiedenen Systeme, die für Kinder und Jugendliche Aufgaben erfüllen, wurde schon im 13. Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung 2009 angemahnt“, so Loheide. „Ich wünsche mir mehr Power von Politik und Regierung, hier endlich Inklusion umzusetzen.“

Die UN-Behindertenrechtskonvention trat vor zehn Jahren in Kraft. Das Bundesteilhabegesetz soll dazu beitragen, die Konvention in nationales Recht umzusetzen. br

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