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Personalnot
Aktualisiert am 07.04.2020 - 12:31

„Wir brauchen Solidarität statt Zwangsverpflichtungen von Pflegekräften“

Leiter der Abteilung Personal, Arbeitsrecht und Tarifpolitik Altmann © Caritas Paderborn

Die Pflegeheime der Caritas im Bistum Paderborn leiden an Personalmangel in der Coronakrise. Für die Engpässe gab es eine unbürokratische Lösung.

  • Die Caritas Paderborn habe nach einem Aufruf acht freiwillige Pflegekräfte aus ihren Einrichtungen entsandt, um den Personalmangel in einem Pflegeheim zu beseitigen.

  • Elf Mitarbeitende hatten im Pflegeheim Haus Bredemeier der Caritas Hövelhof gefehlt.

  • Die Caritas im Bistum wolle bei Personalmangel weiter auf Kooperation innerhalb des Verbands setzen.

Der Caritasverband Paderborn hat Freiwillige aus eigenen Pflegeeinrichtungen aufgerufen, um Personalengpässe in anderen Einrichtungen auszugleichen. "Wir sind davon überzeugt, dass im Notfall zunächst derartige flexible Lösungen greifen müssen, ehe wir über Zwangsverpflichtungen von Pflegekräften nachdenken sollten", sagte der Leiter der Abteilung Personal, Arbeitsrecht und Tarifpolitik der Caritas Paderborn Norbert Altmann.

So seien allein im Erzbistum Paderborn rund 80 katholische Träger der Gesundheits- und Altenhilfe mit mehr als 43.000 Beschäftigten unter dem Dach der Caritas zusammengeschlossen. Der Verband setze bei Personalausfällen auf Kooperation und Solidarität innerhalb der Trägerverbände, verlautete Altmann.

Zuvor hatte das Caritas-Altenzentrum Hövelhof mit Personalengpässen zu kämpfen. Elf Mitarbeitende musste dem Altenpflegeheim Haus Bredemeier fernbleiben, weil sie sich mit Sars-Cov-2 angesteckt hatten. Daraufhin hätten sich acht Pflegekräfte aus anderen Einrichtungen der Caritas Paderborn angemeldet, um zu helfen, teilte die Caritas Paderborn mit.

Epidemiegesetz könnte Zwangseinsätze ermöglichen

Am Mittwoch den 1. April hatte die nordrheinwestfälische Landesregierung einen Entwurf für ein Epidemiegesetz vorgelegt, dem zufolge „medizinisches, pflegerisches oder sanitäres Material einschließlich der dazu gehörigen Rohstoffe sowie Geräte für die medizinische und pflegerische Versorgung“ sichergestellt werden könnten. Nach Interpretation der Caritas schließt das auch Zwangseinsätze von entsprechenden Personal in anderen Einrichtungen ein. Das Gesetz sei für den absoluten Katastrophenfall gedacht, erklärte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) bei der Unterrichtung der Landesregierung.

Die Caritas Paderborn ist der Zusammenschluss der Caritas des östlichen und südlichen Westfalens. Rund 220 rechtlich selbstständige Träger gehören dem Diözesan-Caritasverband an. ct

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