Altenhilfe

Pflegeversicherung braucht grundlegende Reform

Eine Reform der Pflegeversicherung sei mittlerweile überfällig, sagt die Vorständin der Diakonie Deutschland Maria Loheide. Das Konzept der Diakonie enthält konkrete Ideen für eine neue Finanzierung.

Vorständin Loheide © Diakonie Deutschland

  • Die Diakonie fordert eine Pflegevollversicherung mit begrenztem Eigenanteil.

  • Die Versicherung soll alle Leistungen der Pflege und Betreuung abdecken.

  • Pflegende Angehörige sollen fest angestellt werden.

Die Diakonie Deutschland schlägt eine Pflegevollversicherung mit begrenztem Eigenanteil vor. Alle notwendigen pflegerischen Leistungen sollen darin enthalten sein. Nicht eingeschlossen sind dagegen Unterkunft und Verpflegung sowie Investitionskosten. Die Reform soll das Risiko senken, dass Pflegebedürftige in die Sozialversicherung abrutschen. Für die Eigenbeteiligung sollen Pflegebedürftige privat vorsorgen.

Weitere Eckpunkte der Reform

  • Die Behandlungspflege in der stationären Pflege soll in das fünfte Sozialgesetzbuch überführt werden. Künftig würden damit wie in der häuslichen Pflege die Krankenkassen statt der Pflegekassen medizinische Leistungen übernehmen.

  • Pflegebedürftige sollen in der vollstationären und in der häuslichen Pflege gleichwertige Leistungen erhalten.

  • Die Diakonie will ein servicebasiertes Pflegesystem einführen. Pflegende Angehörige, andere privat pflegende Personen oder 24-Stunden-Betreuungskräfte sollen künftig sozialversicherungspflichtig angestellt werden. Eine externe Stelle soll die Pflege fachlich begleiten und könnte auch als Arbeitgeber auftreten.

  • Pflegebedürftige sollen pauschal einen steuerfinanzierten Pflegeunterstützungsbetrag vergleichbar mit dem Kindergeld erhalten.

  • Um die Pflegeversicherung zu finanzieren, soll die Beitragsbemessungsgrenze erhöht werden. Die Beitragsbemessungsgrenze gibt an, bis zu welcher Höhe das Einkommen für die Berechnung des Pflegebeitrags herangezogen wird. Zudem schlägt die Diakonie vor, andere Einkommensarten wie Kapital- und Mieterträge zu berücksichtigen.

Die Reform sei notwendig, weil sich die Lebenswirklichkeit und die Bedarfe komplett verändert hätten, sagt Maria Loheide, Vorständin Sozialpolitik der Diakonie Deutschland. Die gestiegene Lebenserwartung und demographische Entwicklung, die Mobilität von Familien und die Erwerbstätigkeit von Frauen und Männern ließen immer weniger zu, dass der Privathaushalt die Hauptlast trage. Für eine grundlegende Reform hat die Diakonie ein vollständiges Konzept vorgelegt. br

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