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Pflegezeit
Aktualisiert am 05.09.2019 - 11:28

Pflegende Angehörige brauchen finanzielle Unterstützung

Geschäftsführer Schneider © Paritätischer Wohlfahrtsverband

Die Regeln zur Pflege Angehöriger werden den lebenspraktischen Anforderungen nicht gerecht, sagt Ulrich Schneider. Der Geschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands will pflegende Angehörige finanziell besserstellen.

  • Der Geschäftsführer des Paritätischen Gesamtverband, Ulrich Schneider, fordert eine Pflegezeit mit Lohnersatzleistung ähnlich wie beim Elterngeld.
  • Entlastung soll 65 Prozent des vorherigen Nettoeinkommens betragen.
  • 280.000 Menschen sind während der Pflege Angehöriger auf Hartz IV angewiesen.

Ulrich Schneider fordert einen Rechtsanspruch von pflegenden Angehörigen auf drei Jahre Pflegezeit mit staatlicher Lohnersatzleistung. Die Ersatzleistung solle wie beim Elterngeld 65 Prozent des Nettoeinkommens betragen.

Pflegezeit kaum in Anspruch genommen

„Die geltende Regelung zur Pflegezeit wird den lebenspraktischen Anforderungen nicht gerecht“, sagt Ulrich Schneider. Derzeit könnten pflegende Angehörige eine befristete Freistellung ohne finanzielle Absicherung beantragen. Das nütze den Betroffenen im Ernstfall wenig. Das zeige sich auch in der geringen Inanspruchnahme der Pflegezeit.

Plätze in Kurzzeitpflege fehlen

Außerdem sollten Angebote zur Entlastung gestärkt werden. „Kurzzeitpflege- und Verhinderungspflegeplätze sind derzeit Mangelware, dabei tragen sie nachweislich enorm zur Entlastung pflegender Angehöriger bei“, sagt der Geschäftsführer. Zwar habe die Regierung dies im Koalitionsvertrag angekündigt, entsprechende Eckpunkte lägen jedoch noch nicht vor.

Pflegende Angehörige sind auf Hartz IV angewiesen

Anlass der Forderung des Paritätischen ist die hohe Zahl pflegender Angehöriger. Laut Statistischem Bundesamt würden 1,78 Millionen pflegebedürftige von Angehörigen gepflegt. Alarmierend sei dabei, dass mehr als 280.000 Menschen dabei nicht arbeiten könnten und auf Hartz IV angewiesen seien. „Menschen dürfen nicht genötigt werden, ihr Arbeitsverhältnis aufzugeben oder sich verschulden müssen, um ihren Angehörigen beizustehen“, sagt Schneider. rv

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