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Pflegeroboter
Aktualisiert am 11.03.2020 - 15:09

„Gepflegte und Pflegende müssen neue Technik wollen“

Caritas-Präsident Neher © Anke Jacob

Caritas Präsident Peter Neher sieht in Robotern nicht die große Lösung für die Probleme in der Pflege. Einen bestimmten Mangel könnten sie jedenfalls nicht abstellen.

  • Caritas-Präsident Peter Neher sieht in Robotern nicht die Lösung im Kampf gegen den Fachkräftemangel.
  • Maschinen sorgen zwar für mehr Selbstständigkeit, helfen aber nicht gegen Einsamkeit.
  • Caritas will in zwei Jahren eigene Kriterien für den Einsatz Robotik in der Pflege vorlegen.

Pflegeroboter können die Arbeit möglicherweise effizienter machen – das darf aber nur eins von mehreren Elementen sein in der Entscheidung für oder gegen ihren Einsatz. „Die Anwendung robotischer Systeme muss von den Gepflegten und den Pflegenden gewollt sein, damit sie eine wirkliche Hilfe darstellt“, sagt der Caritas-Präsident. In zwei Jahren will der katholische Verband einen Katalog mit ethischen Kriterien präsentieren, die für Pflegerobotik in Diensten und Einrichtungen der Alten-, Behinderten- und Krankenhilfe gelten.

Chancen und Risiken

„Die Stellungnahme des Deutschen Ethikrates zum Thema Robotik in der Pflege stellt klar, dass der Einsatz von Pflegerobotern viele Chancen bietet, macht aber auch auf Risiken aufmerksam, deren wir uns bewusst sind“, so Neher. Ein möglicher Vorteil: Maschinen könnten wie im Fall des robotischen Arms wieder eigenständige Bewegungen erlauben. Menschen mit Behinderung verhülfen sie zu mehr Selbständigkeit und Selbstwirksamkeit. Schließlich entlasteten die elektronischen Helfer Pflegende etwa beim Heben und Umlagern der Patienten.

Der Deutsche Ethikrat begrüßt den Einsatz von Robotern in der Pflege als wertvollen Beitrag, die Lebensqualität im Alter zu steigern. Er sieht jedoch auch Risiken - etwa wenn Menschen versuchten, sich mit ihren sozialen und emotionalen Bedürfnissen an die Maschinen zu wenden. ols

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