Pflege

Brandenburger Wohlfahrtsverbände fordern Pflegepakt

Die Wohlfahrtsverbände in Brandenburg wollen ein grundlegendes Umsteuern in der Pflege. Die Liga macht dafür konkrete Vorschläge.

  • Die Brandenburger Wohlfahrtsverbände fordern eine Neuausrichtung der Pflege.
  • Die Liga der freien Wohlfahrtspflege macht in einem eigenen Papier konkrete Vorschläge.
  • Nach der Landtagswahl im September könnte das Papier Grundlage für einen Pflegepakt sein.

Die Liga der Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege haben einen Pflegepakt für Brandenburg gefordert. Notwendig seien eine Aufwertung des Pflegeberufs durch mehr Aufstiegschancen und bessere Arbeitsbedingungen, ein Aufbau kommunaler Planungszentren und einer wohnortnahen Pflegeversorgung, flexiblere Formen der Tagesbetreuung und ein Ausbau der Telemedizin, heißt es in der Brandenburger Pflegestrategie 2030.

Vorsorge soll Pflegerisiko senken

Das Papier macht Vorschläge für Verbesserungen in der Pflege. Ein kluges Quartiersmanagement soll etwa alle wichtigen Akteure vor Ort miteinander vernetzen. Nötig seien Pflegekümmerer auf dem Land, die sich mit den Bedürfnissen vor Ort auskennen. Soziale Angebote vor Ort könnten die Pflegebedürftigkeit von Menschen verzögern.

Noch fehle in Brandenburg eine mittel- und langfristige Regionalplanung im Pflegebereich, heißt es in dem Papier weiter. Vorbild für Veränderungen könne hier Sachsen sein, wo der Bau von Pflegeplätzen nur noch genehmigt werde, wenn sie an weitere gesundheitliche Infrastruktur angebunden seien. Außerdem sei in Brandenburg die ärztliche Versorgung auf dem Land unzureichend. Um Pflegebedürftige auch mit Technikunterstützung erreichen zu können, müsse der Breitbandausbau verbessert werden.

Eigenanteil an Pflege brauche Deckelung

Bei der Finanzierung der Pflege brauche es zudem eine grundsätzliche Reform, fordern die Verbände weiter. Der Bundesgesetzgeber sei gefordert, die Pflegeversicherung so weiterzuentwickeln, dass sie künftig einen Großteil der Pflegekosten abdeckt. Dies müsse mit einer Deckelung der zumutbaren Eigenbeteiligung einhergehen.

Ohne ein beherztes Umsteuern in der Gesundheits- und Pflegepolitik sei ein Kollaps der Pflege vorprogrammiert, zitiert die Märkische Allgemeine die Verbände bei der Präsentation der Pflegestrategie. Ohne Kehrtwende werde das System kollabieren. Dies sei in einigen Teilen des Landes schon zu beobachten, sagte der Vorsitzende der Liga, Andreas Kaczynski.

Landtagswahl könne Wendepunkt sein

„Wir können das gestalten. Dafür brauchen wir einen Pflegepakt“, sagte er mit Blick auf die Landtagswahl am 1. September. Eine neue Landesregierung müsse das Thema zügig anpacken. dh

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