Kurzzeitpflege

„Angebote brauchen ausreichende Finanzierung“

Einrichtungen für Kurzzeit- und Verhinderungspflege seien Mangelware, sagt Lisa Schmidt, Altenhilfe-Referentin beim Paritätischen Gesamtverband. Ein neues Finanzkonzept soll dem entgegenwirken.

Referentin Schmidt © Paritätischer

  • Die Verbände der freien Wohlfahrtspflege haben ein neues Finanzkonzept für die Kurzzeitpflege erstellt.
  • Die Kurzzeitpflege soll geringere Auslastung und höheren Aufwand mit einem Zuschlag vergütet bekommen.
  • Das sei ein wichtiger Beitrag zur Entschärfung der Pflegekrise, so die Verbände.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAFW) fordert eine ausreichende Finanzierung von Kurzzeitpflege. „Die Hälfte aller Pflegebedürftigen in Deutschland werden ausschließlich von Angehörigen zu Hause gepflegt“, sagt Altenhilfereferentin Schmidt. Pflegende Angehörige zu entlasten sei ein wichtiger Beitrag, um die Pflegekrise zu entschärfen. Daher sollten Angebote der Kurzzeitpflege finanziell besser ausgestattet werden.

Pflegegradunabhängiger Einheitssatz gefordert

„Besonderheiten der Kurzzeitpflege, wie zum Beispiel die kürzere Verweildauer mit hohen Verwaltungs-, Koordinations- und Organisationsaufwand sowie der höhere Bedarf an Behandlungspflege müssen in der Vergütung abgebildet werden“, fordert Schmidt weiter. Nach dem Konzept des BAGFW sollen Einrichtungen einen pflegegradunabhängigen Einheitssatz bekommen, der die geringere Auslastung und den hohen Aufwand beachtet. Die Finanzierung soll über die Pflegeversicherung erfolgen.

Pflegezeit wie Elternzeit behandeln

Mit einer ausreichenden Kurzzeitpflege würden pflegende Angehörige entlastet sowie Pflege und Beruf besser miteinander zu vereinbaren sein. Zusätzlich fordert der Paritätische einen verbindlichen Rechtsanspruch auf eine dreijährige Familienpflegezeit. Ähnlich wie beim Elterngeld würden Betroffene 65 Prozent des letzten Nettoeinkommens erhalten. „Angehörige übernehmen eine große pflegerische Leistung, diese muss gesellschaftliche Anerkennung erfahren“, sagt die Altenhilfe-Referentin beim Paritätischen Gesamtverband. rv

 

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