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Coronapandemie
Aktualisiert am 18.11.2021 - 14:03

Klinikleiter lehnt Impflicht für Personal ab

Klinikleiter Leineweber © Julia Steinbrecht/KNA

Eine mögliche Impfpflicht belastet das Personal im Gesundheitswesen, sagt der Vorsitzende des Brüderkrankenhauses in Trier, Markus Leineweber. Um die Impfzahlen zu erhöhen, müsse die Politik einen anderen Weg einschlagen.

  • Der Vorsitzende des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in Trier lehnt eine Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheitswesen ab.

  • In seiner Klinik sind 90 Prozent der Mitarbeitenden bereits geimpft.

  • Die Politik sollte Impfzentren wieder eröffnen, Impfbusse einsetzen und niedergelassene Ärzte besser unterstützen.

Der Vorsitzende des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in Trier, Markus Leineweber, spricht sich gegen eine Impfpflicht im Gesundheitswesen aus. „Warum müssen jetzt die Mitarbeitenden, die sowieso schon sehr sensibilisiert sind und auf ihren Schutz achten, damit konfrontiert werden?“, kritisierte Leineweber gegenüber dem Südwestrundfunk.

Hohe Sicherheitsstandards in Einrichtungen

Eine Impfpflicht würde keine Veränderung im Brüderkrankenhaus und in den angeschlossenen Senioreneinrichtungen bringen, da die Sicherheitsstandards sehr hoch seien. Die Impfquote der Mitarbeitenden liege bei 90 Prozent. Die wenigen nicht geimpften Mitarbeitenden würden regelmäßig getestet. „Wir haben in der Vergangenheit sehr stark auf eine gute Kommunikation Wert gelegt und haben eben auch damit sehr großen Erfolg bei uns in den Einrichtungen erlebt“, so Leineweber.

Niedrigschwellige Impfangebote für ländliche Regionen

Eine höhere Impfquote in der Gesellschaft sei jedoch wichtig. „Wir merken in den Häusern, dass viele schwere Verläufe auch bei Patienten festzustellen sind, die eben nicht geimpft sind“, so Leineweber. Für den Fortschritt der Impfkampagnen seien niedrigschwellige Angebote nötig. Die Politik sollte daher Impfzentren wieder eröffnen und die Impfkampagne hochfahren. In ländlichen Gebieten sollte die Politik mehr Impfbusse einsetzen und die niedergelassenen Ärzte unterstützen.

Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier beschäftigt rund 2.700 Mitarbeitende und verfügt über 684 Planbetten. Die Klinik gehört zur BBT-Gruppe, die rund 14.000 Mitarbeitende beschäftigt. Der Konzern betreibt zehn Krankenhäuser, sechzehn Altenheime, fünf Wohn- und Pflegeeinrichtungen und zwei Werkstätten für behinderte Menschen. fb

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