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Kita-Notbetreuung
Aktualisiert am 26.04.2021 - 16:13

„Eine vollumfängliche Betreuung wird nicht möglich sein“

Dorothee Thielen, Referentin für Kindertagesstätten © Paritätischer Berlin/Petra Engel

Der Paritätische Landesverband Berlin fordert strengere Regeln für die Notbetreuung in Kitas. Die derzeitige Situation sei zu unsicher, sagt Dorothee Thielen, Referentin für Kindertagesstätten.

  • Der Paritätische Landesverband Berlin will strengere Regeln bei der Notbetreuung in Kitas.

  • Der Anspruch pro Kind soll auf 15 Stunden pro Woche beschränkt werden.

  • Durchschnittlich sind die Kitas in der Hauptstadt mit derzeit über 60 Prozent ausgelastet.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Berlin will schärfere Regeln bei der Notbetreuung in Kitas. „Wollen wir Sicherheit für Kinder, Erzieherinnen und Erzieher schaffen, müssen Kontakte reduziert werden“, sagt Dorothee Thielen, Referentin für Kindertagesstätten.

Verband fordert Wechselmodell

Damit die Kitas jedem Kind ein Angebot machen können, müsse der Betreuungsumfang reduziert werden, teilt der Landesverband mit. Sinnvoll wäre für jedes Kind ein Anspruch von 15 Stunden in der Woche. In einem Wechselmodell wäre dann eine Betreuung an zwei ganzen Tagen oder drei Vormittagen möglich. Ein Ganztagsangebot können die Kitas nur für eine eng begrenzte Zahl von Familien ermöglichen.

Testungen für Mitarbeitende und Kinder

In kleinen Gruppen, unter Einhaltung der Schutz- und Hygieneregelungen und viel Spiel im Freien können die Kitas eine Notbetreuung anbieten. Zusätzlich seien anlasslose Testungen für Mitarbeitende und anlassbezogene Testungen für Kinder nötig. „Aber es wird nicht möglich sein, jedes Kind vollumfänglich zu betreuen“, so Thielen. Für die Umsetzung der Schutz- und Hygienekonzepte fordert der Paritätische zusätzliche Finanzmittel für Kita-Träger.

Kitas überlastet

In Berlin sind die Kitas seit dem 8. April geschlossen und bieten eine erweiterte Notbetreuung an. Die durchschnittliche Inanspruchnahme liege derzeit bei über 60 Prozent, teilt der Landesverband mit. Einige Einrichtungen in der Hauptstadt seien voll ausgelastet. Dies entspreche keiner Notbetreuung, sondern einem Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen. 

Im Paritätischen Landesverband Berlin sind 118 Kitaträger mit 520 Einrichtungen und rund 45.000 Plätzen organisiert. fb

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