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Jugendhilfereform
Aktualisiert am 22.04.2021 - 13:53

„Ein mutiger Schritt ist längst überfällig“

Vorständin Maria Loheide © Diakonie/Thomas Meyer

Die Diakonie Deutschland fordert eine inklusive Lösung im geplanten Kinder- und Jugendstärkungsgesetz. Für die sozialpolitische Vorständin Maria Loheide kommt die Umsetzung zu spät.

  • Die Zusammenführung der Eingliederungshilfe für junge Menschen mit und ohne Behinderung wird vertagt.
  • Die Beteiligungsrechte leiblicher Eltern sollen erweitert werden, das begrüßt die Diakonie.
  • Die sozialpolitische Vorständin Maria Loheide lobt die Einführung von flächendeckenden Beschwerdestellen.

Die inklusive Lösung in der Kinder- und Jugendhilfe kommt für die Diakonie Deutschland noch zu zögerlich. Eine Umsetzung wäre erst in sieben Jahren zu erwarten. Dabei sei dieser mutige Schritt längst überfällig, sagt die sozialpolitische Vorständin der Diakonie, Maria Loheide. Die Teilhabe und Chancen junger Menschen mit und ohne Behinderung sowie deren Familien sollten gleichermaßen gefördert werden, schreibt der Verband in einer Mitteilung.

Mehr Rechte für Kinder und Eltern

Die gesetzliche Einführung einer flächendeckenden Beschwerde- und Schlichtungsstelle für Kinder in Pflegefamilien lobt Loheide jedoch. „Das ist wirklich ein Meilenstein. Schon deshalb sollte der Bundesrat dem Gesetz zustimmen“, sagt sie.

So sollen die Rechte von Kindern und Jugendlichen in Pflegefamilien gestärkt werden. Auch das Beteiligungsrecht für Eltern soll erweitert werden. Eltern müssten die Beziehung zu ihrem Kind pflegen können, auch wenn es in einer Pflegefamilie lebt, sagt Loheide. Die vorgesehene obligatorische Adoptionsprüfung sieht sie dagegen kritisch. Eine solche Prüfung würde der Tatsache widersprechen, dass manche Kinder Eltern und Pflegeeltern haben und brauchen, sagt Loheide. „Für Kinder sind und bleiben die leiblichen Eltern wichtig“, erläutert die sozialpolitische Vorständin weiter.

Die Diakonie Deutschland beschäftigt rund 600.000 Mitarbeitende in circa 5000 diakonischen Unternehmen. Zur Diakonie gehören etwa 31.600 stationäre und ambulante Dienste wie Krankenhäuser, Altenpflegeheime, Sozialstationen, Wohngruppen oder Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, Angebote für Suchtkranke und Obdachlose oder Beratungsstellen. mb

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