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Ukrainische Geflüchtete
Aktualisiert am 03.05.2022 - 12:59

Diakonie Niedersachsen befürchtet Überlastung von Kitas

Vorstand Lenke © Jens Schulze

Die Diakonie Niedersachsen warnt vor einer Überlastung von Kitas durch die Integration von Kindern aus der Ukraine. Vorstand Hans-Joachim Lenke wirbt für alternative Betreuungsmodelle.

  • Der Vorstand der Diakonie Niedersachsen, Hans-Joachim Lemke, sagt eine Überlastung der Kitas in Niedersachsen durch ukrainische Flüchtlingskinder voraus.

  • Die Betreuung von Kindern mit Fluchterfahrung erfordere speziell geschultes Personal.

  • Die ehrenamtliche Erstbetreuung der Kinder sei eine bereits gut funktionierende Alternative in Niedersachsen.

Der Vorstand der Diakonie Niedersachsen, Hans-Joachim Lenke, befürchtet eine Überlastung der Kitas durch die Integration von ukrainischen Flüchtlingskindern. Schon vor dem Krieg bestehende Belastungen wie der Fachkräftemangel und die Coronapandemie würden an den Einrichtungen zehren. „Das System fährt schon sehr, sehr stark am Rand“ sagt Lenke. Er kritisiert die vom Land Niedersachsen pauschal geplante Aufstockung der Kita-Gruppen um ein Flüchtlingskind.

Betreuung erfordert spezialisiertes Personal

Die speziellen Bedürfnisse von Kindern mit Fluchterfahrung würden Lenke zufolge speziell trainiertes pädagogisches Fachpersonal erfordern. „Da kommt ja nicht einfach ein 26. Kind zusätzlich, sondern eines, dass mindestens eine Fluchterfahrung mitbringt, eventuell durch den Krieg traumatisiert ist und nicht deutsch spricht“, erklärt er. Diese Herausforderung führe zu vermehrtem Stress für Kita-Mitarbeitende. Lenke befürchtet, dass Fachkräfte Stunden reduzieren oder kündigen.

Ehrenamtliche Erstbetreuung als Alternative

Lenke schlägt eine Erstbetreuung in ehrenamtlichen Mutter-Kind- oder Spielgruppen vor, um eine Überlastung der Kitas abzuwenden. In 50 Treffpunkten der evangelischen Kirchengemeinden Niedersachsens funktioniere dies bereits. Allerdings sieht Lenke auch die Notwendigkeit einer langfristig geregelten Betreuung. Deshalb begrüßt der Diakoniechef den Beschluss von Bund, Ländern und Gemeinden, zusätzliche Kita-Plätze zu schaffen.

Zur Diakonie Niedersachsen gehören 595 Träger mit rund 76.000 Mitarbeiter*innen, die in den Bereichen Pflege, Gesundheit, Inklusion, soziale Beratung, Suchthilfe, Migration, Straffälligenhilfe und Familienhilfe aktiv sind. am

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