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Krankenhausplanung
Aktualisiert am 09.09.2021 - 12:00

Katholische Krankenhäuser wollen Kahlschlag verhindern

Geschäftsführerin Rummelin © kkvd/Kirsten Breustedt

Die Zahl der Akutkrankenhäuser auf 600 zu reduzieren, ist realitätsfremd, warnt Bernadette Rümmelin. Für den Strukturwandel müsse ein anderer Maßstab als Effizienz gelten, sagt die KKVD-Chefin.

  • Der KKVD fordert eine Orientierung des Strukturwandels am regionalen Bedarf.
  • Die neue Bundesregierung müsse eine Reform der Krankenhausstrukturen und deren Finanzierung angehen, sagt Geschäftsführerin Rümmelin.
  • Eine einseitige Trimmung auf Effizienz gefährde die gesundheitliche Daseinsvorsorge.

Der Katholische Krankenhausverband Deutschland (KKVD) will einen Kahlschlag bei den Krankenhäusern verhindern. „Nicht jeder Klinikstandort wird in zehn Jahren noch gebraucht, doch der Strukturwandel muss am regionalen Bedarf orientiert erfolgen“, sagt Bernadette Rümmelin, Geschäftsführerin des Verbands. Klar sei, dass die neue Bundesregierung eine Reform der Krankenhausstrukturen und deren zukunftsfähige Finanzierung angehen müsse.

Vorschlag ist realitätsfremd

Der Vorschlag von Rheinhard Busse, Professor für Management im Gesundheitswesen an der Technischen Universität Berlin, die Zahl der Akutkrankenhäuser auf 600 Kliniken zu reduzieren, sei realitätsfremd, sagt Rümmelin. Es sei zudem zynisch zwischen echten und unechten Krankenhäusern zu unterscheiden. So würde die Arbeit der Mitarbeitenden abqualifiziert. „Wer die Krankenhausstrukturen einseitig nur auf Effizienz trimmen will, opfert damit die Patientenorientierung in der Versorgung“, sagt die Geschäftsführerin. Das gefährde auch gleichzeitig die gesundheitliche Daseinsvorsorge vor Ort.

Der Katholische Krankenhausverband Deutschlands vertritt als Fachverband bundesweit 283 Krankenhäuser mit 207.000 Mitarbeitenden. rv

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