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Krankenhausfinanzierung
Aktualisiert am 24.06.2021 - 15:29

Evangelische Krankenhäuser fordern Reform

Vorsitzender Radbruch © DEKV / Hans-Christian Plambeck

Der Deutsche Evangelische Krankenhausverband fordert eine Reform der Krankenhausfinanzierung. Vor allem die Personalkosten seien ein Problem, kritisiert Verbandschef Christoph Radbruch.

  • Der DEKV bemängelt das leistungsorientierte System der Krankenhausfinanzierzng.

  • Vor allem ländliche Kliniken hätten Probleme, Personalkosten zu erwirtschaften.

  • Die hohe Investitionslücke der Bundesländer setze Krankenhäuser unter Druck.

Der Deutsche Evangelische Krankenhausverband (DEKV) fordert eine Reform der Krankenhausfinanzierung. Bei der Finanzierung von bedarfsnotwendigen Klinken versage das jetzige leistungsorientierte System, kritisiert der Vorsitzende Christoph Radbruch.

Geringe Fallzahlen gefährden Personalfinanzierung

Die Vergütung mit DRG-Fallpauschalen sei insbesondere für ländliche Kliniken schwierig, kritisiert der Verband. Wenn Krankenhäuser nicht genug Patientinnen und Patienten behandeln, hätten die Kliniken Probleme, die notwendigen Kosten für das Personal zu erwirtschaften. Daher müsse das System um eine zusätzliche Finanzierungsform erweitert werden. Diese sollte sich durch Steuermittel tragen und hauptsächlich der Finanzierung des ärztlichen und nichtärztlichen Personals dienen.

Investitionslücke belastet Kliniken

Der DEKV fordert auch eine neue Investitionsfinanzierung für Krankenhäuser. Die Investitionslücke der Bundesländer betrage derzeit 4 Milliarden Euro pro Jahr.„Sie belastet nicht nur Krankenhäuser in ländlichen Regionen, sondern alle Häuser, denn sie führt zu der Fehlentwicklung, dass Krankenhäuser Gewinne zur Finanzierung von Investitionen erwirtschaften müssen“, sagt der Vorsitzende Radbruch. In seiner Mitteilung verweist der DEKV auch auf Ergebnisse des Krankenhaus Rating Reports 2021. Demnach waren dreizehn Prozent der Krankenhäuser in Deutschland 2019 von Insolvenz bedroht, 40 Prozent waren finanziell gefährdet.

Der Deutsche Evangelische Krankenhausverband vertritt die Interessen von 201 evangelischen Kliniken an über 270 Standorten. Die Kliniken beschäftigen zusammen 120.000 Menschen und machen einen Umsatz von zehn Milliarden Euro. fb

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