Gesundheitsreform

AWO hadert mit der Gesundheitsreform

Die AWO hadert heftig mit der Gesundheitsreform der Bundesregierung. „Schwarz-Gelb beschließt den Einstieg in den Ausstieg aus einem jahrzehntelang gewachsenen Solidarsystem", so der AWO-Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler.

BERLIN - Gravierend sei hierbei vor allem das Vorhaben, den Arbeitgeberanteil bei Beitragssatz der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) künftig einzufrieren. Die AWO verweist auf das verbandseigene Sozialbarometer, um die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der Gesundheitsreform zu verdeutlichen: 79 Prozent der Bürger halten es demnach laut dem aktuellem AWO-Sozialbarometer für ungerecht, dass Zusatzbeiträge zur GKV zukünftig nur noch von Arbeitnehmern und nicht mehr zu gleichen Teilen von Arbeitgebern und –nehmern getragen werden sollen. Schon jetzt hätten Versicherte einen Anteil von 8,2 Prozent alleine zu übernehmen. Künftig müssten sie mit weiteren Zusatzbeiträgen und Eigenbeteiligungen rechnen. „Die AWO lehnt diese geplante einseitige Festschreibung des Arbeitgeberanteils in der Gesetzlichen Krankenversicherung auf 7,3 Prozent von daher entschieden ab", betont Stadler.

Der Preiswettbewerb, den sich sich die Bundesregierung unter den gesetzlichen Krankenversicherugen erwartet, werde “vor allem ein Wettbewerb auf Kosten der Menschen" sein, so der AWO-Bundesvorsitzende. Vor allem bei Leistungen mit Genehmigungsvorbehalt, etwa Mutter-Kind-Kuren, sei davon auszugehen, dass die Krankenkassen nur noch in geringem Umfang genehmigen. So würden notwendige Maßnahmen zum Wohle der Betroffenen zu unerschwinglichen Leistungen. „Dies ist das Gegenteil von menschlicher und sozial gerechter Politik", poltert Stadler.

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